Zukunft der Arbeit: Weg vom Gießkannenprinzip

(c) Barbara Bürscher

Trends wie steigende Digitalisierung, Automatisierung und Robotik verändern die Berufswelt. mokant.at hat einen Blick in die Zukunft gewagt.

Als größten Veränderungsmotor sieht Franz Fischler, Präsident des Europäischen Forums Alpbach, die Digitalisierung: „Im Zuge der Digitalisierung und Robotisierung nahezu aller Lebensbereiche werden Schätzungen zufolge etwa 50% der bisherigen Jobs verschwinden, es werden aber auch neue entstehen. “ Mechanische Tätigkeiten für die Fertigung von Standardprodukten und Dienstleistungen, die durch EDV und Roboter ersetzt werden können, würden in Zukunft an Bedeutung verlieren.

Unkreative Maschinen
„Was nicht ersetzt werden kann, sind Berufe, die eine soziale Interaktion verlangen, die Dienstleistungsberufe, wo es um Menschen geht; Pflege-, Sozial- und Gesundheitsberufe. Und kreative Berufe, denn, noch sind die Maschinen nicht so intelligent, dass sie eine originäre Kreativität entwickeln können“, so der Zukunftsforscher Andreas Reiter.

Generell werde die Bedeutung von Berufen, wie wir sie heute kennen, abnehmen und es werden Kompetenzen in den Mittelpunkt rücken. Einfühlungsvermögen, Kreativität und Einfallsreichtum seien gefragt, heißt es aus dem Sozialministerium auf Nachfrage von mokant.at.

Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert
Die Berufswelt verändert sich also, einige Tätigkeitsbereiche werden sogar ganz verschwinden. Ein Beispiel ist etwa die U5, die in Wien in einigen Jahren die Fahrgäste ganz ohne Fahrer ans Ziel bringen soll.

Auch im Bankensektor würden weitere Jobs verloren gehen, heißt es in einer Studie von Hubert Eichmann und Matthias Nocker im Auftrag der Stadt Wien. Neben der Finanzkrise von 2008 sei dafür auch die Digitalisierung verantwortlich. In der Studie ist etwa von einer automatisierten Basis-Bank und dem Ausbau des Online-Bankings zur „Ausdünnung des Basisgeschäfts und des Schalterpersonals“ die Rede.

Einkaufswagen enthält: Arbeitsplätze
Eichmann und Nocker widmen sich auch einzelnen Branchen. Der Handel zum Beispiel ist derzeit die Branche mit den meisten Beschäftigten. Die zunehmende Bedeutung des Onlinehandels wird zu weniger stark wachsenden Beschäftigungszahlen im Einzelhandel führen. Kunden brauchen weniger Beratung, die Automatisierung in Bankfilialen nimmt zu – so ist es beispielsweise nicht mehr nötig an den Schalter zu gehen, wenn man eine Überweisung tätigen oder Geld beheben will. Dafür entstehen Jobs im Onlinehandel (z.B. Zustelllogistik). Da aber auch hier der Automatisierungsgrad hoch ist, gehen Eichmann und Nocker in Summe von weniger Arbeitsstellen aus.

Die Experten sind sich einig: Es werden nicht nur Berufe und Arbeitsstellen verschwinden, sondern auch neue dazukommen – nicht jedoch im gleichen Ausmaß.

Titelbild: (c) Barbara Bürscher

Blase_rotDieser Artikel ist Teil des Schwerpunkts Work in Progress. Weitere Texte dazu findest du in den kommenden Wochen hier

 


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Barbara Bürscher ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: barbara.buerscher[at]mokant.at

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