Wasser – Das Gold der Zukunft? (2)

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Malta ist nicht der einzige Ort in Europa, der mit Wasserarmut zu kämpfen hat. Laut der UNESCO wird die Wasserknappheit spätestens bis 2070 auch in Mittel- und Südeuropa zu spüren sein. Oder tut sie das bereits? El País, die größte spanische Tageszeitung, sprach bereits 2015 von einer nationalen guerra del agua, also einem Krieg ums Wasser. Schuld daran sei der massive und stetige Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft, eine Konsequenz der mitteleuropäischen Gier nach sonnengereiftem, spanischem Obst und Gemüse im Supermarkt, sowie der Klimawandel, der für ausbleibende Niederschlagsmengen sorgt.

Ein Land auf Sparflamme – Bitte nicht föhnen!
Was sich in Europa nur schleichend anbahnt und auch gerne ignoriert wird, ist in Südamerika bereits bittere Realität: Venezuela leidet aktuell unter einer verheerenden Strom- und Wasserkrise, welche sich auch politisch auswirkt. Lösungen für den Notstand gibt es bereits: Da die Stromproduktion aufgrund einer Dürre und einem Wassermangel im Stausee El Guri eingeschränkt werden musste, wurde die Arbeitswoche für Staatsangestellte auf zwei Tage verkürzt. Gearbeitet wird nun nur noch mittwochs und donnerstags. Präsident Maduro forderte außerdem Frauen auf, in Zukunft auf das Föhnen zu verzichten. Obschon man diese Lösungsansätze einerseits für innovativ befinden kann, so zeigen sie doch deutlich, wie katastrophal die Umstände in Venezuela sind – und erinnern uns noch einmal daran, weshalb Wasser zwar nicht die teuerste, jedoch die wertvollste Ressource der Welt ist.

Um die Wasserkrise davor zu bewahren, in Vergessenheit zu geraten, findet in Stockholm alljährlich die Weltwasserwoche statt. Ausgerechnet in Schweden, dem Land der Gletscher und Seen? Was anfangs widersprüchlich scheint, scheint im Grunde jedoch gut durchdacht zu sein: Europa ist von Wasserarmut letztendlich doch mehr betroffen, als man glaubt. Europa ist jedoch ebenfalls von einem Problem betroffen, welches man in anderen Ländern so oft nicht findet: Ignoranz. Wenn von Wassermangel die Rede ist, werden sich gerne die Hände vor die Augen gehalten, ganz nach dem Motto Aus den Augen, aus dem Sinn. Das muss jedoch geändert werden. Gerne wird gesagt, dass die Weltwasserwoche das Bewusstsein über die Wasserkrise schärfen soll. Vielleicht muss sie jedoch dafür erstmal Bewusstsein schaffen.

Titelbild: (c) Elisa Leclerc

Wasser – das Gold der Zukunft?


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