Deutschland: Wer will Chef sein?

Foto: (c) Christina Seitz

Nach Angela Merkels Sommerinterview am 28. August wird darüber diskutiert, ob sie bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 zum vierten Mal als Kanzlerkandidatin antritt. Momentan gibt es noch keine anderen Kandidaten für die CDU.

Kanzlerin Angela Merkel hat sich bis dato nicht zu einer erneuten Kandidatur bei den Bundestagswahlen 2017 geäußert, wo die Parlamentsabgeordneten für die nächsten vier Jahre gewählt werden. In der Regel stellt die stärkste Partei dabei den Kanzler oder die Kanzlerin. Wie die Wahlprognosen bis jetzt aussehen und welche Kanzlerkandidaten infrage kommt, haben wir für euch recherchiert.

N-TV hat am Tag nach Merkels Interview die möglichen Gründe für ihr Schweigen aufgelistet. Darunter befindet sich auch der Verdacht, dass sie auf den Rückhalt der Christlich-Sozialen Union (CSU) wartet, welche die konservative Christlich Demokratische Union (CDU) im Bundesland Bayern ersetzt. Diese noch konservativere Schwesterpartei ist jedoch mit Merkels Flüchtlingspolitik unzufrieden. Passend dazu gehen Gerüchte um, wonach die CSU diesmal selbst einen Kanzlerkandidaten stellen möchte. Offen ist, ob Horst Seehofer als jetziger Vorsitzender dieser Kandidat wäre.

Die Christdemokraten
Der Politologe Werner Patzelt hält das für sehr unwahrscheinlich. Ein CSU-Kanzlerkandidat wäre lediglich eine Idee, um in Bayern eine Alternative zur rechtspopulistischen AFD zu bieten. Gleichzeitig würde sich die Partei dadurch offensiv von der Kanzlerpartei CDU abspalten, was der Union hauptsächlich schaden würde. Nach einer weiteren Einschätzung des Politologen Heinrich Oberreuter wird die CSU auf keinen Fall einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken, aber mit einem anderen Parteiprogramm als die CDU auftreten.

In der CDU selbst stehen noch immer 70 Prozent hinter der Kanzlerin. Oberreuter sagt, dass die aktuelle Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen an dem Job interessiert sei, allerdings in der Partei nicht genügend Unterstützung bekomme. Und auch der Finanzminister Wolfgang Schäuble wird eher als eine Übergangslösung gesehen.

N-TV munkelt weiter, dass Merkel auf einen Stimmungsumschwung warte, nachdem der Flüchtlingszustrom abgeschwächt ist. Denn eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Bevölkerung momentan keine weitere Amtszeit der Kanzlerin will. Oberreuter meint dazu, dass es für Merkel erst dann wirklich kritisch wird, wenn ein weiterer Terroranschlag verübt wird, der auf Asylbewerber zurückgeführt werden kann. So steht Angela Merkels Politik auch für die Öffnung der Grenzen 2015: Steigt das subjektive Gefühl,  dass ihre viel zitierte „Willkommenskultur“  Terroranschläge in Deutschland ermöglicht,  kann das das Ende für Merkels Amtszeit bedeuten. Doch wer könnte Merkel ersetzen?

Wie wird die Regierungskoalition aussehen?

Titelbild: (c) Christina Seitz


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Maren Häußermann hat European Studies studiert und macht aktuell ihre Master in Journalismus und Politikwissenschaften in Wien. Ihre Spezialität: österreichische und europäische Politik gerupft, aufgekocht und mit viel Senf serviert. Kontakt: maren.haeussermann[at]mokant.at

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