SPÖ: Die Wähler sterben weg (2)

Die SPÖ verwaltet seit Jahren ihre Errungenschaften für eine wegsterbende Wählerschaft. Jetzt muss sie ihre Ziele neu definieren. Personalrochaden und
5-Jahres-bis-zur-nächsten-Wahl-Pläne sind Zeitverschwendung. 

Foto: Raimund Appel

Foto: Raimund Appel

Auch den Parteien selbst kann es nicht schaden, wenn die Strukturen weicher werden. Wenn junge aufstrebende Politiker nicht erst ihren gesamten Idealismus und Tatendrang über Bord werfen müssten, um aufsteigen zu können. Wenn sie sich auf Inhalte konzentrieren können und nicht darauf, es jeder Parteiorganisation und jeder parteinahen Organisation Recht zu machen.

So oder so, man wird sich vermutlich eingestehen müssen: Die Zeit, in der zwei Großparteien alles dominierten und die Gesellschaft bis in ihre letzte Faser durchzogen, ist vorbei.

Die Sozialdemokratie hat dabei noch ein besonderes Dilemma: Sie hat ihre Ziele erreicht. Nicht ihre Misserfolge, sondern ihre Erfolge werden ihr zum Verhängnis. Sie hat alles, wonach sie gestrebt hat, erkämpft. Jetzt bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihre Errungenschaften zu verwalten und damit eine nostalgische Wählerschaft zu bedienen, die ihr langsam aber sicher wegstirbt.

Es ist daher gut, dass die SPÖ jetzt aktiv wird. Sie darf aber nicht in die Falle tappen, ihre Zeit mit Personalfragen oder 5-Jahres-bis-zur-nächsten-Wahl-Plänen zu verschwenden. Dem aktuellen Parteivorsitzenden für alles die Schuld zu geben und ihn auszutauschen ist einfach. Ebenso ist es einfach sich ein paar Wahlzuckerl zu überlegen, mit denen man bis zur nächsten Wahl weiter herumdümpeln kann. Beide Maßnahmen wären äußerst kurzsichtig und oberflächlich.

Stattdessen sollte sie einen grundlegenden Wandel vollziehen: Sich auf ihre eigentlichen Werte besinnen und diese neu definieren. Wir haben andere Herausforderungen als zur Zeit ihrer Gründung, auf diese müssen die alten etablierten Parteien Lösungen finden, die mit ihren Werten im Einklang sind und die dennoch einer modernen Gesellschaft gewachsen sind. Zu diesen Lösungen sollten sie dann auch stehen.

 

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Sofia Khomenko ist Chefredakteurin von mokant.at

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