BP-Wahl: Mit halbem Herz im Social Web

Foto: (c) David Steiner

Der aktuelle Wahlkampf  spielt sich verstärkt in sozialen Netzwerken ab. Die Online-Marketingkonzepte der Kandidaten wirken aber weder durchdacht noch innovativ.

Bereits vor der offiziellen Wahlkampfphase der Bundespräsidentschaftswahl war eine Entwicklung erkennbar, die mit etwas Zurückhaltung als Trend bezeichnet werden könnte: Die Kandidaten bespielen digitale Kommunikationskanäle stärker als bei vergangen Wahlen.

Den Anfang machten die Antrittsvideos auf YouTube. Mittlerweile sind die Kandidaten auf offiziellen Webseiten und mehreren sozialen Netzwerken aktiv. Genutzt werden die meisten jedoch nur oberflächlich. Facebook, Twitter und Co. bieten viele Möglichkeiten, multimedial und interaktiv mit Wählern zu kommunizieren, doch es fehlt an Experimentierfreude und konsequenter Umsetzung.

Fehlende Schnittstellen im Denken der Parteiapparate
„Digitales Marketing ist im Denken der Parteiapparate nicht wirklich angekommen“, meint Ritchie Pettauer. Er ist Uni-Lektor für digitale Kommunikation. Hauptberuflich berät er Unternehmen in Web-Marketing Fragen. Bei dem Stichwort Online-Wahlkampf seufzt er – buchstäblich.

Die Parteien hätten grundlegende Werbevorgänge wie die Domain-Registrierung nicht im Griff, so der Social-Media-Experte. In mehreren Fällen registrierten Privatpersonen mögliche Domains der Kandidaten. So führt etwa die URL www.khol2016.at zu einer Initiative für gleichgeschlechtliche Ehen und unter www.richardlugner.at warben Unbekannte eine Zeit lang für Viagra. Diese Form von politischem Aktivismus sorgte bereits im Februar für Aufsehen. Heinz Christian Strache klagte damals den Besitzer der Domain hc-strache.at.

Ein weiterer Kritikpunkt seien fehlende plattformübergreifende Konzepte, so Pettauer. Die Kandidaten bewegen sich auf mehreren Kanälen parallel, ohne auf sie zu verweisen. Das geht online über Verlinkungen. Im Fernsehen könnten sie dazu aufrufen, auf Facebook und Twitter mitzudiskutieren oder mit Newslettern am neuesten Stand zu bleiben.

   Wie man mit interaktiven Formaten die Kandidaten fordern könnte.

Titelbild: (c) David Steiner


Seite 1 / Seite  2 


Passend dazu…
Mehr dazu…

 

Blase_rotHat dir dieser Artikel gefallen? Jetzt kannst du Supporter werden und damit unabhängigen Journalismus fördern! Wenn du über unsere neuen Artikel informiert werden willst, kannst du dich hier zu unserer Dienstagspost anmelden.

 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.