Frage der Woche: Asylpolitik, nein danke?

Foto: (c) Markus Füxl

Am Samstag, dem 19. März, nahmen tausende Menschen in Wien an einer internationalen Pro-Asyl-Demo teil. mokant.at hat nachgefragt, was die Demonstrierenden bewegt und was sie ändern würden

Foto: (c) Markus FüxlTheresa, 19: „Die Grenzen öffnen und den Menschen helfen.“

Theresa: Ich find‘s wichtig, dass wir zur aktuellen Situation auch was machen, dass die Leute aufgenommen werden und dass man den Leuten hilft. Weil diese Politik, die die EU da gerade treibt, ist keine Möglichkeit und eigentlich menschenverachtend.

mokant.at: Was würdest du ändern?
Theresa: Die Grenzen öffnen und den Menschen helfen.

Foto: (c) Markus FüxlRadovan, 21: „Man soll nicht so tun, als wäre nicht genug da.“

mokant.at: Wie denkst du über die aktuelle Asylpolitik?
Radovan: Ich find das nicht gut, weil ich finde, man muss den Leuten helfen und es gibt genug für alle. Man soll nicht so tun, als wäre nicht genug da.

mokant.at: Was würdest du ändern?
Radovan: Es braucht offene Grenzen und sichere Möglichkeiten für Leute aus Krisenstaaten, um herzukommen, dass sie dann in Sicherheit sind. Das wäre einmal das wichtigste. Und man muss sie gut versorgen, damit sie nicht irgendwo im Dreck liegen müssen.

Foto: (c) Markus FüxlChristian: „Ich bin zutiefst verunsichert.“

mokant.at: Wie denken Sie über die aktuelle Asylpolitik Österreichs?
Christian: Ich bin nicht begeistert. Ich bin zutiefst verunsichert. Ich habe irgendwie keine Ahnung, was ich denken soll. Es ist ein Drama, dass Österreich Waffen an die Region liefert, dann die Menschen dort gebombt werden, zu uns flüchten und nicht aufgenommen werden. Das ist ein Kreislauf, der bei der Ursache unterbrochen gehört und nicht am Ende. Aber trotzdem muss man sich um das Elend und um die Flüchtlinge kümmern. Wir haben eine Verantwortung.

mokant.at: Was würden Sie ändern?
Christian: Ich halte die Lösung mit der Türkei für keine besonders glückliche. Aber mir ist klar, dass man nicht Millionen Menschen quer durch Europa gehen lassen kann. Da müsste man Transporte organisieren und es müsste Aufnahmekapazität geben. Ins Niemandsland kann man sie ja nicht schicken. Die Bereitschaft zur Aufnahme gibt es immer weniger und alle machen dicht. Irgendwann werden wir runderherum wieder Grenzen haben und es gibt diesen schönen Karton. Wir feiern jetzt den fünfzigsten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, wo dann rundherum nur mehr Mauern sind, aber die Berliner Mauer ist weg. Wir haben das ja schon gehabt und dann machen wir das wieder, das ist irgendwie Käse.

Foto: (c) Markus FüxlEsther: „Ich weiß, dass in den Medien gern berichtet wird, wie schlimm alles ist.“

Esther: Ich bin hier, weil ich es falsch finde, dass man die Grenzen schließt und dass man – unter Vorwänden eigentlich – versucht, die Flüchtlinge mit allen Mitteln draußen zu halten, obwohl man weiß, zu welchen Situationen das führen wird. Einerseits finde ich es auch gut, wenn die EU jetzt endlich zusammenhält und das versucht zu lösen, aber ich finde immer noch nicht, dass die auf dem richtigen Weg sind. Ich finde, man muss ihnen noch einmal zeigen, was auch im Volk die Meinung ist. Dass sie wirklich die Menschenrechte und auch die Menschenwürde in der Hinsicht akzeptieren und einsehen, dass Refugees auch Menschen sind.

mokant.at: Was würdest du ändern?
Esther: Ich würde zum Beispiel anstatt über Arbeitslosenzahlen in den Medien zu berichten, mehr noch darüber berichten, wie viele Leute mithelfen. Wie viel Wirtschaftskraft kommen könnte durch Arbeiter von verschieden Ländern. Wie viele junge Leute da jetzt auch kommen, wenn man sich die ganzen Ängste über die Alterung von Europa anschaut zum Beispiel. Was es da alles für positive Sachen gibt, die einfach viel zu wenig Betonung finden. Ich weiß, dass in den Medien gern berichtet wird, wie schlimm alles ist. Weil die Leute einfacher schneller schauen, wenn sie hören: Uh da passiert wieder was. Aber genau diese Freudenmeldungen könnten genau so viel Aufmerksamkeit erregen und sind meiner Meinung nach momentan am wichtigsten.

   „Ich find‘ die Asylpolitik ist so ein Mittelding zwischen Scheiße und Oarsch.“

Frage der Woche von David Steiner und Markus Füxl

Titelbild und Fotos: (c) Markus Füxl


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