WIFF: „Unsere Ideologie ist Floridsdorf“

Foto: (c) Georg Marlovics

Hans Jörg Schimanek, Obmann von Wir für Floridsdorf spricht im Interview über Scheinflüchtlinge, eine Vergrößerung Wiens und fordert einen Wohnkurs für Ausländer.

Hier gehts zum ersten Teil des Interviews: Schimanek über die Floridsdorfer Bezirkszeitung und Scheinflüchtlinge.

mokant.at: Sie haben vorgeschlagen, Nachbargemeinden wie Klosterneuburg als Bezirke in Wien einzugliedern. Wie wollen Sie Pröll überzeugen, Gemeinden abzutreten?
Schimanek: Per Volksbefragung, als Beispiel Gerasdorf: Wollt ihr nach Gänserndorf, wie Pröll das will, oder wollt ihr nach Wien? Links der Donau ist ein Stadterweiterungsgebiet, ein schöner Wohnort.

mokant.at: Sie plädieren für eine aufgelockerte Bauweise und weniger Verbauung, Floridsdorf soll ein Grünbezirk bleiben. Wo sollen die Menschen wohnen?
Schimanek: Darum sage ich: Stadterweiterung, etwa mit Gerasdorf. Leider stellt man in Floridsdorf einfach die Wohnblocks hin und mangels Geld fehlt die Infrastruktur. Es gäbe so viele leerstehende Altbauten. In der DDR hat man nach der Wende den Hausbesitzern die Wohnungen komplett saniert, wenn sie diese dem sozialen Wohnbau zur Verfügung gestellt haben. Warum machen wir das nicht? 35.000 Wohnungen stehen leer, sagt Wohnbaustadtrat Ludwig und will trotzdem keine Leerstandssteuer. Man müsste nur die Hausherren überzeugen, dass Vermieten Sinn macht.

mokant.at: Auch die Grünen setzen sich für den Grünbezirk ein. Was ist der Unterschied?
Schimanek: Seit Frau Vassilakou am Ruder ist gibt es da und dort Probleme. Am Donaufeld wurde versprochen, eintausend Wohnungen zu bauen, mittlerweile ist von acht tausend die Rede. Das sind viel zu viele! Die Bemühungen der Grünen in Richtung Grünbezirk sind einfach zu schwach übersetzt.

„Die Erfahrung zeigt, dass die Ausländer so leben, als wären sie zu Hause.“ – Schimanek will Wohnkurse für Migrantenfamilien

mokant.at: Von Ihrer Partei werden in Floridsdorf lebende Migranten immer wieder als Unruhestifter und als gewalttätig dargestellt. Schürt das nicht eher bestehende Ängste und Vorteile der Bevölkerung?
Schimanek: Glauben Sie, man sollte Gewalttaten und verbrecherische Aktionen verschweigen, nur weil es für irgendwelche Leute nicht opportun ist? Nein im Gegenteil, wir fordern zum Beispiel am Franz-Jonas Platz eine zusätzliche Polizeistation. Dieser Platz ist ein Hotspot für derartige kriminelle Elemente.

mokant.at: Was ist ihre Lösung für eine sinnvolle Integration?
Schimanek: Glauben sie im Ernst, dass man Schwarzafrikaner, die Drogen dealen, schwerstkriminelle Tschetschenen, die sich gegenseitig niederschießen oder Kosovo-Albaner, die den Straßenstrich kontrollieren, integrieren kann? Nein, die gehören weg, in ihre Heimatländer zurückgeschickt und Ende.
Positiv ist: In Gemeindebauten, in der auf einer Stiege maximal drei Ausländerfamilien eingesiedelt werden, funktioniert die Integration. Aber wenn ich Stiegen mit Ausländerfamilien pflastere, kann das nicht funktionieren.

mokant.at: Weil Sie darauf angespielt haben, sie wollen „Wohnkurse“ für Migrantenfamilien in Gemeindebauten.
Schimanek: Die Erfahrung zeigt, dass die Ausländer so leben, als wären sie zu Hause. Sie räumen ihr ganzes Klumpert in den Keller. Ich kenne Gemeindebauten, da kommt alle drei Wochen das Räumkommando, wegen der Brandgefahr. Man kann das denen nicht erklären.

mokant.at: Wie kann man es „denen“ dann im Kurs erklären?
Schimanek: Bevor ich jemanden eine Gemeinde- oder Sozialwohnung beziehen lasse, muss er in den Kurs: „Wie wohne ich richtig.“ Da kann man viele Verhaltensmaßregeln geben. Zum Beispiel dass die Kindern nicht um 22 Uhr herumtrampeln, denn ältere Leute, die das stört, können sich nicht wehren.

„Wir sind eine überparteiliche Bürgerpartei, bei uns kann jeder sein, was er will.“ – die Positionierung von WIFF.

mokant.at: Sie waren früher in der FPÖ, danach im BZÖ engagiert. Ist WIFF rechts?
Schimanek: Nein, nein, nein. Wir sind weder dort, noch da. Das ist bei uns ganz wichtig. Wir sind eine überparteiliche Bürgerpartei, bei uns kann jeder sein, was er will. Wir haben sicher schwarze und rote Anhänger. Sie werden lachen, manchmal sind wir auch auf der linken Seite, sprich SPÖ. Wenn es Sinn macht, soll man doch in alle Richtungen offen sein.

mokant.at: Und die ideologische Ausrichtung?
Schimanek: Wir haben keine Ideologie. Unsere Ideologie ist Floridsdorf.

mokant.at: Jetzt wollen Sie in den Gemeinderat – und zwar mit 6.666 Stimmen. Warum diese Zahl? Sind Sie gläubig?
Schimanek: Diese Zahl beschert uns ein Grundmandat. Das wäre das erste Mal in der Geschichte Wiens, dass dies einer Kleinpartei aus dem Bezirk gelingt.

mokant.at: Also keine Anspielung an 666, die Zahl des Teufels?
Schimanek: Das habe ich nicht gewusst. Mit solchen Zahlenspielereien kenne ich mich nicht aus. Was hatte Hitler nochmals für eine Nummer?

mokant.at: 88 war üblich für den Gruß.
Schimanek: Das habe ich auch ewig nicht gewusst. Weil wir gerade bei Hitler sind: Als wir die Stadterweiterung in den Raum gestellt haben, hat man uns schon wieder die Nähe zum NS-Gedankengut unterstellt. Weil es damals Groß-Wien war, unter Hitler. Die Leute sind Vollidioten!

mokant.at: Hat man bei Ihnen vielleicht eher auf solche Verbindungen geschlossen, da ihr Sohn wegen Wiederbetätigung verurteilt wurde?
Schimanek: Ich glaube nicht. Das ist schon ewig lange her und mir grundsätzlich völlig egal. Es ist nur peinlich, wenn man so etwas im Zusammenhang sieht. Diese Zeit ist schon ewig her. Ich habe Flugblätter der SPÖ von 1949, die hebe ich mir für eine gute Gelegenheit auf: „Gewissensfrage an jeden ehemaligen Nationalsozialisten!“ Damit wollte die SPÖ Nazis als Wähler gewinnen. Die sollen den Mund halten.

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Titelbild und Fotos: (c) Georg Marlovics

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