Reiseguide: Kopenhagen

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Reisetipps für Kopenhagen: Was die dänische Hauptstadt außer der kleinen Meerjungfrau, dem Tivoli und Schloss Christiansborg noch zu bieten hat, liest du hier.

Kopenhagen ist vielseitig: Wer der Hitze des Sommers für ein paar Tage entkommen, aber nicht auf das Meer verzichten will, ist hier gut aufgehoben. Auch Radfahrer und Architekturfans kommen auf ihre Kosten. Worauf ihr, von den vielen Sehenswürdigkeiten abgesehen, achten solltet, wenn ihr die dänische Hauptstadt besucht und wie ihr euch in der teuren Metropole ein paar Euro erspart, erfahrt ihr in unserem Reiseguide.

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Tipp 1: Haargummi nicht vergessen
Im Norden weht ein anderer Wind. Und der wird spürbar, sobald man zum ersten Mal die U-Bahn verlässt und sein Apartment sucht. Auch wenn man sich anfangs wie ein Haarmodel fühlt, das gerade für die neue Drei-Wetter-Taft-Werbekampagne im Windkanal steht, holt einen der Blick in den Spiegel schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Däninnen und Dänen scheinen ihre Haarpracht schon unter Kontrolle gebracht zu haben, bei Norden-Neulingen sind die praktischsten Frisuren „ Zopf“ oder „Haube“ nicht fehl am Platz.

Tipp 2: Zum Biertrinker werden
Kopenhagen ist teuer. So zahlt man beispielsweise in einem Café schon einmal 77 Dänische Kronen (rund elf Euro) für eine Tasse Tee und ein Stück Kuchen. Auch die Preise für Alkohol sind beträchtlich. Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, sollte zu einer Flasche Bier greifen. Das ist billig – besonders, wenn man es in den Bars der Universität bestellt. In Kopenhagen hat jedes Institut eine eigene Bar, die sich auch in den Institutsgebäuden befindet. Unter der Woche kann man sich dort mit Studienkollegen auf einen Kaffee treffen, jeden Freitag haben die Bars für feierlustige Studenten bis in die Nacht offen. Bier kostet hier nur zehn Kronen (etwa 1, 50 Euro). Empfehlenswert ist die Bar des IT Departments – trotz oder gerade wegen der Musik aus den Neunzigerjahren. Das Barpersonal versucht übrigens, jeden Getränkewunsch zu erfüllen, auch wenn er nicht auf der Karte steht.

Islands Brygge / (c) Alissa Hacker

Islands Brygge / (c) Alissa Hacker

Tipp 3: Nicht wasserscheu sein
Radelt man einmal quer durch die Stadt, hat man vielleicht das Gefühl durch verschiedene Klimazonen zu fahren. Neben Haargummis (siehe Tipp 1) ist es außerdem nicht verkehrt, Regenjacke, -schirm, (-hose? -hut?) und eine Sonnenbrille einzupacken. Man kann allerdings auch seine Badesachen mitnehmen: Wer für einheimisch gehalten werden will, hüpft auch bei niedrigen Außentemperaturen ins Meer, sobald die Sonne scheint. Zum Beispiel in Islands Brygge. Dort kann man am Ufer entlangspazieren, sich in die Wiese legen und entspannen oder eine Veranstaltung im Kulturhaus besuchen. Für alle Wasserratten gibt es ein Hafenbad.

Tipp 4: Die Kunst des Smørrebrød-machens erlernen
In unseren Landeskreisen denkt man beim Wort „Butterbrot“ eher an eine einfache Zwei-Minuten-Mahlzeit. In Dänemark ist jedes Smørrebrød ein kleines Kunstwerk. Nicht nur die gekauften, sondern auch die selbstgemachten Brote sind aufwendig zubereitet und hübsch anzusehen. Für den Snack klatscht man nicht einfach eine Scheibe Käse und eine Tomate auf ein Schwarzbrot. Zuerst toastet man das Rugbrød (dänisches Roggenbrot), dann brät man zum Beispiel noch ein Spiegelei, schneidet Gemüse dazu und stapelt alles, worauf man gerade so Lust hat, auf die kleine Brotscheibe. Die Experten verkaufen Smørrebrød mit zwei ganzen Kartoffeln darauf, die dann noch mit Gemüse und Sauce garniert werden. Wem das zu viel Aufwand ist, sei Tipp 5 ans Herz gelegt.

Tipp 5: Sich mit Plastikbesteck anfreunden
Food Festivals stehen in Dänemark anscheinend gerade hoch im Kurs. Immer wieder schlendert man in der Stadt bei Foodtrucks vorbei oder man hört von weitem Live-Musik dröhnen, die bei keinem Festival fehlen darf. Die Festivals bieten sich an, wenn man eine kurze Pause vom Sightseeing einlegen will. Crêpes und Co. mit Plastikbesteck und ohne Tisch zu essen ist zwar eine Herausforderung, zahlt sich aber aus. Wenn man unterwegs nicht zu viel Geld für Essen ausgeben möchte, schaut man bei Copenhagen Street Food vorbei. Der Street Food Markt befindet sich in einer alten Markthalle in der Nähe des Experimentarium City Science Museums. Es gibt Gerichte aus aller Welt, die man entweder drinnen oder auf den Bänken vor der Markthalle genießen kann. Draußen hat man einen guten Blick auf die Oper, man kann sich entspannen und dem bunten Treiben zuschauen. Im Gegensatz zu den Food Festivals gibt es Copenhagen Street Food das ganze Jahr über, es finden dort auch immer wieder unterschiedliche Veranstaltungen statt.

Drei Insidertipps:
1. Falls du jemanden kennst, der jemanden kennt, der in Kopenhagen wohnt: frag, ob man dir sein (Zweit-)Rad borgen kann. Auch das klapprigste „Partyrad“ bringt dich ans Ziel – im Radverleih kostet ein Rad ansonsten etwa 100 Kronen (14 Euro) pro Tag.
2. Lass dich nicht von den Bädern in Kopenhagen abschrecken. Es kann schon einmal sein, dass sich nur ein WC und ein Duschkopf ohne Duschtasse in einem engen Raum befinden.
3. Egal, wo du gerade bist: wenn du die Sonne siehst, geh raus! Sie kommt vielleicht für längere Zeit nicht wieder.

Was du nicht machen solltest:
1. Die Öffis nutzen. Bisher gibt es nur zwei U-Bahn-Linien, die teilweise die gleiche Strecke fahren. Am besten erreicht man alles mit dem Fahrrad, die Innenstadt ist leicht zu Fuß erkundbar.
2. Vom Regen überrascht werden: in Kopenhagen kann es schon einmal innerhalb von einer Stunde sonnig, bewölkt und regnerisch sein.
3. Zu viel von Christiania erwarten. Erzählungen von der „staatlich geduldeten autonomen Gemeinde“ klingen spannender, als die Freistadt tatsächlich ist. Durch die vielen Touristen wirkt das Ganze etwas inszeniert.

Titelbild: (c) Alissa Hacker

 

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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