Reiseguide: Schottland

Schottland, das sind nicht einfach nur Schafe und Whisky. Zumindest nicht nur.

(c) Cornelia Kucani

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Tipp 1: Kleine Städtchen
Nicht, dass Edinburgh nicht eine geniale Stadt wäre, aber Schottland besitzt neben seinem Kronjuwel von Stadt auch viele andere kleineGlanzpunkte. Wer sowieso bei Nessie vorbeischauen will, sollte sich zum Beispiel in der nahegelegenen Stadt Inverness genauer umsehen, eine Stadt perfekt zum Schaufenster bummeln aber auch um am städtlichen Fluss entlangzuschlendern oder die lokale Burg zu begutachten. Auch Oban ist einen Kurzbesuch wert: eine niedliche Hafenstadt mit leckeren Meeresfrüchterestaurants und einem eigenen (wenn auch nachgebauten) Kolosseum, dem McCaig’s Tower – und, wie es sich eben in Schottland gehört, ist auch eine Whisky-Brauerei vor Ort.

Tipp 2: Die Friedhöfe
Dies mag sowohl klischeehaft als auch leicht morbid klingen, aber die Friedhöfe in Schottland sind, wie in ganz Großbritannien ein Muss. Nicht, dass es einen Weg an ihnen vorbei gäbe, denn jedes kleinste Kaff hat zumindest einen Friedhof, mit dem hierzulande keiner mithalten könnte. High Crosses mit eingemeißelten Schriften, die kaum zu identifizieren sind, grüne Wiesen unter den schlammbespritzten Schuhen und nie eine Menschenseele zu sehen. Wer also nach einem hektischen Tag voller Erkundungen zur Ruhe kommen will, sollte sich einen dieser friedvollen, idyllischen Friedhöfe zu Gemüte führen. Nicht nur für flüchtige Besucher von Interesse, sondern auch für Geschichtenerfinder auf der Suche nach ausgefallenen Namen!

Tipp 3: Nerd-Schmankerl
Für Nerds dürfte Schottland das Paradies auf Erden sein. Vor allem für Potterheads, wie sich Harry Potter Fans nennen, gibt es hier einiges zu erkunden. Auf keinen Fall darf zum Beispiel das Glenfinnan Viaduct fehlen, das Filmsehern aus dem zweiten Film der Harry Potter-Reihe als Fahrbahn des Hogwarts-Express bekannt sein sollte. Wer mit dem Kommerz der Filme noch nie so viel anfangen konnte, sollte vielleicht mal einen Abstecher ins Elephant House in Edinburgh machen. Dort hat Autorin J.K. Rowling Teile des Anfangs der Harry Potter Buchreihe geschrieben, wie das Café nicht müde wird zu erwähnen (auf Merchandise wie Mützen, Schirmen, Postkarten oder Tassen, die es natürlich alle vor Ort zu kaufen gibt). Für die, die Harry nicht so begeistern konnte, gibt es auch Abhilfe: Fans des Filmes Der Highlander können das Eilean Donan Castle besuchen, einen der Drehorte des Filmes. Alle genannten Locations gibt es selbstverständlich inklusive Merchandise-Shops und Dudelsackspieler.

(c) Cornelia Kucani

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Tipp 4: Einfach mal aus dem Auto aussteigen
Eine der effektivsten Arten und Weisen einen guten Eindruck von Schottland zu bekommen, ist wohl mit dem Auto, wo man ungebunden von Ziel zu Ziel reisen kann und im besten Fall dabei noch einiges von der Landschaft zu sehen bekommt, wie die berühmten Highlands. Autofahren ist bequem, man kommt zügig voran (falls sich nicht ein Schaf auf die Straße verirrt hat) – eigentlich perfekt. Nichtsdestotrotz sei nur jedem zu raten: Steigt aus dem Auto aus. Außerhalb des Fensters spielen sich gigantische Naturereignisse in Form von Schluchten, Wasserfällen, Landschaften ab. Nicht einfach nur mit dem Finger darauf zeigen und durch das Autofenster Fotos schießen, sondern selbst erkunden! Beschilderte Wanderwege gibt es quasi überall, die sollten definitiv genützt werden. Sonst ist so eine Rundreise auch nichts anderes als das Youtube-Video über Schottland von User Schneckix92.

Tipp 5: Die Stadt Glasgow
Wer Schotten um Rat nach besonders schönen Orten in ihrem grünen Fleck Erde fragt, wird eine Stadt wohl nie empfohlen bekommt: Glasgow. Die Industriestadt mit der höchsten Einwohnerzahl in Schottland hat leider keinen guten Ruf; verdreckt und heruntergekommen und voll von zwielichtigen Gestalten, so wird sie genannt. Hört nicht auf die Ungläubigen, gebt Glasgow eine Chance! Nicht, dass die oben genannten Punkte nicht zum Teil stimmen, jedoch machen sie mitunter den speziellen Charme dieser Stadt aus. In Glasgow kommen viele verschiedene Nationen zusammen und dies spiegelt sich nicht nur in der Mentalität der Menschen wieder, sondern auch im Freizeitangebot, wie Restaurants, Cafés oder Geschäften. An verkommenen Wänden strahlen bunte Graffitis und wer weit genug geht, stößt früher oder später auf eine große Kathedrale mit gepflegtem Garten und, wie soll es anders sein, einem steinalten Friedhof. Es stimmt, Glasgow ist nicht ruhig und strotzend vor altertümlicher Kultur, wie Edinburgh oder andere Städte Schottlands, aber eben das macht sie aus: Ihre Modernität und Schnelllebigkeit gibt ihr Charakter und hebt sie von anderen schottischen Städten ab.

 

Insider Tipps
1. Schottische Küche: Lasst euch von keinem weis machen, britische Küche wäre ungenießbar, den der hat nur noch nicht richtig dort gegessen. Schottland ist keine Ausnahme: ob Pies, Haggis oder Afternoon Tea, sie alle sind köstlich – je ländlicher, desto besser!

2. Kulturfestivals: Im Sommer ist vor allem Edinburgh voll von Kulturfestivals, wie zum Beispiel das international bekannte Fringe Festival oder das Tattoo – falls möglich, nicht entgehen lassen!

3. „Hallo“ sagen: In anderen Ländern sein heißt oftmals weg vom griesgrämigen Österreich zu kommen. In Schottland sieht Kommunikation mit Fremden anders aus, sie ist freundlich und warm und zuvorkommend. Also einfach mal trauen und „Hallo“ sagen – wer weiß, was sich so ergibt!

(c) Cornelia Kucani

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Was du auf keinen Fall machen solltest:
1. Annehmen, dass es so etwas wie Sommer in Schottland gibt. Gibt es nämlich nicht.

2. Jedes einzelne Schloss anschauen. Das Dunrobin Castle ist sicher sehenswert und auch das Eilean Donan Castle ist nicht schlecht, aber das reicht auch schon. Selbiges gilt übrigens auch für Brauereien. Spart das Geld und kauft mehr Haggis.

3. Mit großem Hunger in gigantische Supermärkte gehen.

(c) Cornelia Kucani

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Titelbild: (c) Cornelia Kucani

Cornelia Kucani hat Studien der Anglistik und der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften absolviert und ist höchst anglophil. Wenn sie nicht in Großbritannien vorzufinden ist, dann auf tumblr als halliepotter.

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