Reiseguide: Kreta

(c) Karoline Gittenberger

Das weite Meer, tiefe Schluchten, minoische Kultur, Party – das alles und viel mehr bietet die sogenannte Perle des Mittelmeeres: Kreta. Hier ein paar Tipps und No Goes für den Urlaub

Ab auf die Insel! Und dann? Klar, Kreta bietet einem wunderschöne Strände von Kies bis Sand und von einsam bis Touristenhotspot. Aber mit einem reinen Badeurlaub liegt man hier falsch, denn als die größte der griechischen Inseln bietet Kreta einem viel mehr.

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Tipp 1: Palast von Knossos – Besser ohne Guide!
Wenn man nach Kreta reist, kommt man um diese Sehenswürdigkeit eigentlich nicht herum. Die minoische Kultur auf Kreta ist allgegenwärtig und Knossos stellt den größten minoischen Palast der Insel dar. Bei einer der typischen Touren durch den Palast, wird euch erzählt werden, wie oft dieser Palast eigentlich zerstört wurde. Allerdings wäre es empfehlenswerter, den Palast auf eigene Faust zu erkunden. Denn während euch ein Tourguide von einem Punkt zum nächsten hetzt, findet ihr gerade mal genug Zeit für ein paar Fotos als Beweismaterial, dass ihr auch da wart. Prinzipiell sind überall auf dem Gelände Schilder verteilt, die euch alle nötigen Infos liefern. Ganz wichtig bei einem Trip hierher: viel Sonnencreme, eventuell einen modischen Hut und ausreichend zu trinken – Schattenplätze sind hier eher rar gesät und wenn ihr welche findet, dann werden sie von Touristengruppen besetzt.

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Tipp 2: Lassithi-Hochebene
Bucht man eine Tour, so wird der Palast von Knossos gerne mit der Lassithi-Hochebene kombiniert. Wenn man gerne einen Ausblick von ganz oben genießt, ist dieser Trip absolut empfehlenswert. Sollte man sich nicht sportlich genug für den doch etwas beschwerlichen Aufstieg fühlen, kann man hier auch ganz bequem mit einem Esel hinaufreiten. Wie es dem Esel damit geht, ist allerdings eine andere Frage. Richtiges Schuhwerk ist hier empfehlenswert, denn beim Abstieg kann man auf den glatten Steinen (oder auch Tierexkrementen) gerne einmal ausrutschen. Ganz oben befindet sich die Dikteon-Höhle, in der Zeus, der Vater aller griechischen Götter, geboren wurde – munkelt man zumindest. Die Höhle ist jedoch bloß eine kleine Tropfsteinhöhle mit einem Rundgang von ca. zehn Minuten. Eine Führung gibt es für den Eintrittspreis von fünf Euro nicht.

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Tipp 3: Städtetrip
Will man Kreta so richtig kennen lernen, sollte man sich auf jeden Fall ein paar der Städte ansehen. Besonders zu empfehlen sind hier Chania und Rhetymno. Chania, „das kleine Venedig von Kreta“ ist nicht nur wegen seines Leuchtturmes schön anzusehen. Innerhalb der venezianischen Stadtmauern findet man türkische, aber auch italienische Architektur. Zudem gilt die „neue Stadt“ als eine der schönsten Städte Griechenlands. Neben den Meeresduft mischt sich hier noch ein ganz anderer Duft – nämlich der von Leder. In der „Lederstraße“ bekommt man zu guten Preisen viele verschiedene Lederprodukte. Unbedingt besuchen sollte man hier die Markthalle, wo man sich mit Gewürzen und anderen Souvenirs eindecken kann.

In Rhetymno findet man eine Mischung aus byzantinischen, venezianischen und türkischen Kulturen. Besonders überzeugen die alten Gebäude, denn die Altstadt wurde seit 800 Jahren fast nicht verändert. Trotz der alten Architektur ist die Bevölkerung hier vergleichsweise jung, denn aufgrund der ansässigen Universität tummeln sich hier viele Studierende. Rhetymno bietet außerdem einen alten venezianischen Hafen inklusive Piratenboot, an dem kleine und große Kinder ihre Freude daran haben. Wenn man Souvenirs shoppen möchte, sollte man für diesen Trip auf jeden Fall genug Geld bereithalten.

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Tipp 4: natürlicher Süßwassersee in Kournas
An der Westküste Kretas, gelegen in einem Tal, findet man den einzigen natürlich entstandenen Süßwassersee der Insel – den Kournas-See. Da er von Hügeln umgeben ist, erinnert er angeblich an einen See in den Alpen. Neben einem Spaziergang um den See oder einem Mittagessen in einer der Tavernen empfiehlt sich besonders eine Fahrt mit dem Tretboot. Denn: Wenn man bis zur Mitte des Sees fährt, kann man mit etwas Glück gemeinsam mit den hier ansässigen Schildkröten schwimmen. Diese Gelegenheit sollte man nutzen, solange es noch möglich ist, denn momentan wird über ein Verbot diskutiert.

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Tipp 5: Party!
Was man in Kreta auf alle Fälle machen kann, ist Party. Malia und Hersonissos sind dafür die perfekten Orte. Zu Malia wurde unserer Redakteurin von einer Ansässigen berichtet: „It is crazy!“. Sollte man nun das Vorhaben eines Partyabends in Kreta umsetzen wollen, so sei für das Warming-Up Stalis zu empfehlen. Stalis befindet sich in Ost-Kreta und ist der Nachbarort von Malia, welches man von hier aus günstig mit einem Taxi erreicht. Hier wird man alle fünf Meter von den Türstehern der hiesigen Bars angesprochen und auf einen gratis Shot nach innen eingeladen. Ebenfalls zu finden sind hier Bars mit Hängestühlen, wo man bei einer Shisha und einem kühlen Cocktail entspannt herumschaukeln kann.

Ein ganz besonderer Tipp: Freunde dich mit dem Barmann an! Neben jeder Menge gratis Shots erfährt man auf diese Weise noch etwas mehr über Kreta, während man wahlweise an einem Cocktail, Wein oder Mythos-Bier nippt. Mit etwas Glück wird einem vielleicht sogar die Insel von der Seite eines Einwohners gezeigt.

Drei Insider-Tipps

1. Tanzabende: Hoppa, hoppa!
Sollte in deinem Hotel eines Tages ein Tanzabend stattfinden, dann geh auf jeden Fall hin und: Tanze mit! Das macht nicht nur Spaß, sondern man lernt auch neue Leute im Urlaub kennen und verbrennt en paar der angegessenen Kalorien. Außerdem kann man, wenn man nachhause kommt, mit den neu erlernten Tanzmoves angeben.

2. Mietwagen
Sollte man im Besitz eines Führerscheins sein, ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich in Kreta einen Mietwagen zu nehmen. So ist man unabhängig von Reiseveranstaltern und Tourguides und kann die Insel auf eigene Faust erkunden. Allerdings sollte man darauf achten, dass sich die Insel sehr in die Länge zieht und man deswegen, um von einem Ende der Insel zum anderen zu kommen, einen ganzen Tag im Auto verbringen würde.

3. Reden und zuhören
Was man auf jeden Fall machen sollte, ist, mit den Einheimischen zu sprechen. Kreter sind sehr offene und nette Leute und nur im Gespräch erfährt man wirklich etwas über das Leben hier. Und wie schon bei Tipp 5 erwähnt, kann es einige Vorteile bieten, mit jemandem hier befreundet zu sein.

Was du auf keinen Fall machen solltest

1. Plane auf keinen Fall einen reinen Strandurlaub ein. Kreta hat so viel mehr zu bieten als das Meer und schöne Strände. Ein Urlaub reicht bei weitem nicht aus, alles hier zu entdecken. Deshalb nutze deine Zeit und sieh dir mehr als den Hotelstrand an.

2. Gerade weil man hier so viel machen kann, sollte man sich auch genau überlegen, was man denn eigentlich machen möchte. Am Vorabend Party zu feiern bis in die Morgenstunden und am nächsten Tag eine Wanderung in eine der bekannten Schluchten Kretas zu planen, ist wohl nicht so empfehlenswert.

3. Solltest du Touren buchen, pass auf, wo du das machst. Am besten ist es, in einem seriösen Reisebüro zu buchen. Stände auf der Straße sind hier weniger zu empfehlen und auf keinen Fall sollte man beim Reiseveranstalter buchen, denn da zahlt man doppelt drauf.

Titelbild: (c) Karoline Gittenberger


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Karoline Gittenberger ist als Redakteurin bei mokant.at tätig. Sie studiert Soziologie und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien. Kontakt: karoline.gittenberger[at]mokant.at

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