Wien: Sommerzeit ist Grillzeit

Sommerzeit ist Grillzeit: Doch wie funktioniert das mit dem Grillen in der Großstadt? mokant.at hat sich auf den Grillzonen und -plätzen Wiens umgesehen.

Wer im Sommer in Wien grillen möchte, hat entweder einen eigenen portablen Griller zur Verfügung oder kann auf  bestehende Griller zugreifen: in Wien ist beides möglich.

Mit Sack und Pack in die Grillzone
In Grillzonen ist das Grillvergnügen ohne vorherige Reservierung gestattet. Es handelt sich dabei um ausgewiesene Gebiete in denen ein BBQ mit eigenem Grillgerät von statten gehen kann. Diese Zonen findet man beispielsweise in der Brigittenauerbucht und im Bereich der Steinspornbrücke. Erstere Grillzone erreicht man ganz ohne Stress mit den öffentlichen Verkehrsmitteln U6 oder 20B und einem kurzen Fußweg entlang der Neuen Donau. Auch die Grillzone Steinspornbrücke ist mit den Öffis (Autobuslinie 91A) erreichbar.

Vor Ort befinden sich Tische und Bänke, die jedoch an schönen Tagen relativ rasch belegt sind. Erinnert immer wieder an Clubaufenthalte, wo Frühaufsteher Liegen mit Handtüchern für sich beanspruchen. Auf den ausgedehnten Wiesen und in den kleinen Wäldern ist jedoch immer ein Plätzchen frei für eine Decke und der Grillspaß kann beginnen. Vorteil bei diesen Grillzonen ist, dass man sehr spontan Grillen gehen kann. Etwaiger Nachteil: man muss mit Sack und Pack anreisen.

Chillout am Grillplatz
Im Bereich der Donauinsel befinden sich 16 Grillplätze, die im Gegensatz zu den Grillzonen im Vorhinein reserviert und bezahlt werden müssen. Die Gebühr für solche Plätze beträgt zehn Euro und ist unabhängig von der Personenanzahl der Grillgemeinschaft. Die Reservierung muss vier Wochen im Voraus getätigt werden, dafür sind der Griller und das Holz an besagtem Tag vor Ort. So muss nur das Grillgut mitgebracht werden. Wichtig zu wissen ist, dass im Falle von Schlechtwetter oder Nichtinanspruchnahme der Reservierung, die Gebühr nicht refundiert wird.

Regeln für Grillfans
Auf allen öffentlichen Grillplätzen/-zonen gelten Regeln die das Zusammensein einfacher gestalten sollen. Zu beachten ist, dass nur mit Holzkohle, Briketts oder mitgebrachtem trockenen Holz gegrillt werden darf. Es ist untersagt, Holz aus dem Wald zu verwenden. Außerdem ist das Verwenden von Gas und das Errichten von Bodenfeuern verboten. Will man ein ganzes Tier am Stück grillen, so ist es ratsam, dieses vorher zu zerlegen, da das Grillen von ganzen Tieren nicht gestattet ist.

Grillen auf Balkonien
Jene, die einen eigenen Garten oder einen Balkon besitzen und dort ihren Griller anwerfen wollen, sollten sich vorm Anheizen erkundigen, ob dies denn auch gestattet ist. Einfach die Hausordnung durchlesen oder mit den Vermietern absprechen. Prinzipiell sei gesagt: Das Grillen am Balkon oder der eigenen Terrasse ist gestattet, so lange andere Mieter nicht unzumutbare Zustände dadurch erleiden. Will heißen, dass man die Nachbarn nicht mit dichtem Rauch und unguten Gerüchen traktiert.

(c) Katrin Faisthuber

(c) Katrin Faisthuber

Tipps und Tricks
Eine gemütliche Grillerei beginnt immer mit einer guten Vorbereitung. Also rechtzeitig daran denken, das Grillgut herzurichten und zu marinieren. Klassiker wie Grillspieße (vegetarisch oder mit Fleisch), Steak, Lagerfeuerkartoffeln, Grillkäse oder Maiskolben dürfen nicht fehlen, müssen jedoch richtig zubereitet werden.

Wichtig bei der Marinade von Grillgut ist, dass Hitzebeständiges Pflanzenöl verwendet wird, da es beim Grillen die Zusammensetzung und den Geschmack behält. Eine gute und würzige Marinade besteht somit aus hitzebeständigem Olivenöl, Essig, Kräutern und Gewürzen nach Belieben. Wichtig ist, dass kein Salz in der Marinade sein sollte, da ansonsten die Flüssigkeit aus dem Fleisch entzogen wird. Das Grillgut sollte für zwei oder mehr Stunden vor dem Grillen mariniert werden und am besten in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt werden. In diesem Kontext ganz wichtig: Nicht wie oft vorgemacht, das Grillgut mit Bier oder ähnlichem ablöschen! Dies bewirkt nur, dass die vorher mühsam aufgebrachte Marinade in der Glut verschwindet, Asche auf das zu Grillende kommt und der Geschmack dahin ist.

Bei Fleischgerichten immer darauf achten, die Struktur des Fleisches nicht zu zerstören, denn sonst wird das Fleisch trocken. Beim Wenden also immer flache Zangen verwenden, die das Fleisch nicht aufreißen. Zusätzlich kann man die Fingerdruckprobe machen. Ob das Fleisch gar ist oder nicht erspürt man am besten mit den Fingern. Gibt das Fleisch dem Druck nach, ist es saftig, bleibt die Oberfläche hart, ist es zu lange am Grill gelegen.

Griller goes Veggie
Auch Fleischesser essen gern Gemüse und Vegetarier lieben es zu grillen. So ist es ein Leichtes neben den klassischen Fleisch- und Fischgerichten auch Gemüse auf den Grill zu legen. Marinierte Paprika, Zucchini, Tomaten und Melanzani sind die einfachsten Varianten mit viel Geschmack. Will man es etwas aufwändiger, sollten gefüllte Paprika, gefüllte Zucchini bzw. gefüllte Tomaten nicht fehlen. Vegetarische Spieße werden auch immer öfter auf Grillparties zubereitet. Hierfür sind herkömmliche Gemüse wie Cherry-Tomaten, Paprika, gelbe Zucchini, Melanzani, Champions, Jungzwiebel gut geeignet. Kombiniert werden kann das Gemüse mit Grillkäse oder Räuchertofu. So wird der Teller beim Grillen auch bunter und verschiedene Geschmäcker machen das Mahl noch abwechslungsreicher. Zu beachten ist bei Gemüse jedoch, dass mit  geringerer Hitze als Fleisch gegrillt werden sollte.

Zu guter Letzt noch einige Grillzonen, die über ganz Wien verstreut sind, nicht reserviert werden müssen und zudem noch gratis sind:

Am Kanal, Alberner Hafenzufahrtstraße, Nähe Margetinstraße
Hier kann von 9 Uhr morgens bis 22 Uhr abends gegrillt werden. Grillgerät muss selbst organisiert werden, Tische, Trinkbrunnen und WC-Anlagen sind vorhanden. Anreisen kann man mit dem 76A oder dem eigenen PKW.

Auhof – Retentionsbecken
Ein eigener Griller ist hier erforderlich, dafür stehen WC-Anlagen, Tische und Bänke und eine Wasserstelle zur Verfügung. Gegrillt werden darf hier zwischen 9 Uhr und 21 Uhr. Anreisemöglichkeit bietet der 50A.

Steinbruchwiese im Ottakringer Wald
Diese Grillzone bietet Grillvergnügen zwischen 9 Uhr und 21 Uhr. Ausgestattet ist sie mit WC-Anlagen Trinkbrunnen und begrenzten Sitzmöglichkeiten. Zusätzlich ist auch ein Fußballplatz vorhanden. Die Anreise kann mit dem 46B oder dem 146B, bis zur Haltestelle Feuerwache Steinhof erfolgen. Parkplätze für PKWs sind vorhanden.

Rohrerbadwiese, Exelbergstraße
Zu dieser Grillzone kommt man mit den Autobuslinien 243 und 443. Das Grillgerät muss mitgebracht werden, wobei Trinkbrunnen und WC-Anlagen zur Verfügung stehen.

Draschepark, Triester Straße/Sterngasse
Anreisen kann man hierher mit der Badner Bahn – Personenbahnhof  Inzersdorf –, mit dem 65A bis zur Haltestelle Purkytgasse oder den Linien 16A und 66A bis zur Haltestelle Serngasse. Grillen darf man von 9 Uhr bis 21 Uhr.

 Titelbild: (c) Katrin Faisthuber

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