Aufgeblättert: Passagier 23

Fitzek nimmt seine Leser mit Passagier 23 mit auf eine Kreuzfahrt, die weder Entspannung noch beruhigendes Meerrauschen beinhaltet. mokant.at hat schon vorab einen Blick in den neuen Psychothriller geworfen.

Fast 90.000 Fans hat Sebastian Fitzek auf seiner Facebook-Fanpage und um diese kümmert er sich auch gut. Kurz vor Erscheinen seines neuesten Thrillers Passagier 23 versorgt er sie mit einem Trailer zum Buch. Für Fitzek ist es eindeutig zu wenig, „nur“ ein Buch zu schreiben. Er kreiert mit jedem Buch eine neue Welt, die er unter anderem durch Trailer, Musik und „Experimente“ mit den Lesern erweitert. Aktuell bereitet Fitzek seine Fans mit einem Point-and-Klick-Adventure auf sein neues Buch vor.

Droemer Knaur

Droemer Knaur

Horror an Bord
Dass die Handlung des neuen Buchs auf einem Kreuzfahrtschiff spielt, weiß vermutlich schon jeder Fitzek-Fan, schließlich hat der Autor das bereits mehrfach durchsickern lassen. Ein Kreuzfahrtschiff, das wochenlang auf hoher See unterwegs ist, ist für viele Menschen ein entspannender Gedanke. Für jene, die wissen, dass sie seekrank sind, ist es ein Albtraum. Und für Martin Schwartz, die Hauptfigur des neuen Thrillers, ist es mehr als nur das. Seine Familie ist vor fünf Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwunden. Seit diesem mysteriösen Vorfall ist er wie betäubt von Schmerz, Wut und Ungewissheit. Aller Vernunft entgegen entscheidet er sich nach einem Anruf einer alten Dame, jenes Schiff, auf dem seine Familie verschwunden ist, zu betreten. Damit beginnt für ihn ein noch schlimmeres Wirrwarr aus Fragen und Unwissen. An Bord der Sultan of the Seas passieren Dinge, die einfach keinen Sinn ergeben. Dinge, die eine noch viel größere Geschichte dahinter vermuten lassen. Martin Schwartz, getrieben von der eigenen Verzweiflung, kann nicht zur Ruhe kommen, bevor er weiß, was an Bord der Sultan wirklich passiert.

Verwirrt und vor den Kopf gestoßen
Als Leser lebt und leidet man mit Martin Schwartz mit. Man versucht, ihm zu helfen, die Antworten zu finden und die Wahrheit zu erkennen. Doch so sehr man auch glaubt, im Bild zu sein, so sehr wird man überrascht, denn die Wahrheit sieht ganz anders aus. Fitzek bringt einen dazu, mitzudenken, nur um an nächster Stelle wieder zu verwirren und mit völlig unerwarteten Tatsachen vor den Kopf zu stoßen. Durch dieses ständige Versuchen, die Handlung nun endlich zu durchschauen, ist man noch angespannter und neugieriger. An Spannung fehlt es Passagier 23 also keinesfalls. Und nachdem man das Buch mit Martin Schwartz durchgestanden hat, erwartet einen die Erkenntnis, dass rückblickend alles zusammenpasst und vom Autor perfekt durchdacht ist.

Fitzek erzählte schon in zahlreichen Interviews, er schreibe über Dinge, die ihn persönlich bewegen, um diese zu verarbeiten. Das kommt auch bei Passagier 23 deutlich zum Vorschein. Hier verknüpft er mehrere spannende Thematiken miteinander, die ihn offensichtlich sehr beschäftigt haben. Man erkennt, dass er nicht nur tiefgehende Recherche betrieben, sondern auch viele Fragen gestellt hat. Diese Fragen sind auch am Ende dieses Buches weder für den Autor noch für den Leser geklärt. Im Gegenteil, man beginnt erst recht, die Welt zu hinterfragen und beim Gedanken an die Wahrheit zu erschaudern. Denn Fitzek schreibt in diesem Buch nicht über Aliens oder Zombies, sondern über Dinge, die – wenn auch nicht exakt so – tatsächlich passieren.

Passagier 23 erscheint am 30.10.2014 im Hardcover, verlegt von Droemer Knaur.

Titelbild: Droemer Knaur

mokant_schiffchenHat dir dieser Artikel gefallen? Jetzt kannst du Mitglied werden und damit jungen Journalismus fördern!

Jasmine Schuster studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien und ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: jasmine.schuster[at]mokant.at

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.