KopfhörerInnen: Malky – Soon

Malky – Soon
(VÖ: 27.6.2014 | Eighty Days)

MALKY Soon Cover

Cover: (c) Max Parovsky

Eine vielversprechende Presseaussendung nennt einen Namen, den man sich merken soll: Malky. Einmal schnell nach Malky auf google gesucht und die Latte liegt gleich noch einmal ein bisschen höher. Von den Newcomern schlechthin und Musik, die man gehört haben muss, ist die Rede. Grund genug für uns, in Malkys Debütalbum Soon hineinzuhören. Zugegebenermaßen aufgrund der Vorschusslorbeeren mit gewissem Skeptizismus.

Soon, so heißt nicht nur das Album, sondern auch der erste Song. Zuerst spielt nur das Klavier einen simplen Rhythmus, dann setzt langsam und ruhig das Schlagzeug ein – fast ein bisschen episch. Spätestens als die Stimme sich dazugesellt ist klar, dass weder Presseaussendung noch google zu viel versprochen haben. Das hat Potential und zwar gewaltiges. Der Song und vor allem die starke Stimme ziehen einen förmlich in das Album hinein und machen richtig Lust auf mehr.

Spätestens nach dem genialen History of Broken Hearts wird man misstrauisch. Der Stil des Albums entwickelt sich mittlerweile in Richtung  jazzigen Pops, der an Größen wie James Morrison oder Roger Cicero erinnert, aber sie dennoch nicht kopiert. Die Musik wirkt unglaublich ausgereift. Ohrwurmtaugliche flotte Songs wechseln sich mit minimalistisch-angenehmen ruhigen Stücken ab, die von einer ganz starken Stimme leben. Das sollen Newcomer sein?


Daniel Stoyanov und Michael Vajna sind die Namen, die hinter Malky stecken. Daniel Stoyanov ist jener der beiden Herren, dem die gewaltige und immer vielseitiger werdende Stimme gehört, die einen nicht loslassen will. Schnell wird nach einer kleinen YouTube-Rundreise klar, dass Stoyanov nicht ganz auf der Nudelsuppe dahergeschwommen kommt. Immerhin teilte er sich schon mit Xavier Naidoo die Bühne und hat Videos mit über 100‘000 Views. Der große Durchbruch blieb ihm aber bisher tatsächlich verwehrt, mit Soon stehen die Chancen aber alles andere als schlecht.

Auch Produzent und Keyboarder Michael Vajna ist nicht gerade neu im Geschäft. Er produzierte schon für Jan Delay, Culcha Candela, die Orsons und viele mehr. Kurzum: Der Mann weiß wohl auch was er tut. Gemeinsam ist es den beiden gelungen ein tolles Album zu kreieren. Melancholie wird gekonnt mit Swing verbunden. Elektronisch untermaltem ruhigen Gesang wie in Beautiful Vacation, Whose Order oder The Upper Room stehen schnellere rhythmische Nummern wie Showdown oder das bereits erwähnte History of Broken Hearts gegenüber und erzeugen ein unglaublich variables Gesamtbild.

Michael Nowak ist als Chef vom Dienst und stv. Chefredakteur für mokant.at tätig. Er studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Geschichte an der Universität Wien. Kontakt: michael.nowak[at]mokant.at

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