KopfhörerInnen: Sergeant Pluck Himself – YWNCA

Sergeant Pluck Himself – yesterday will not come again
(VÖ: 14. März 2014 | LiMuPic Records)

Foto: (c) Sergeant Pluck himself

Cover:
(c) Sergeant Pluck himself

Das erste Lied auf der neuen Platte von Sergeant Pluck Himself erweckt ein Gefühl, das man sich als Band wohl nicht wünscht: Sehnsucht nach etwas anderem! Es erinnert teilweise nämlich an „Prodigy Composers“ von The Intersphere und insgeheim verfluche ich Amazon dafür, dass die gerade erschienene, neue Vinyl letztgenannter Band noch immer nicht meine Sammlung schmückt. Vielleicht erklärt diese Sehnsucht auch, dass für manche dieser Vergleich weit hergeholt zu sein scheint. Da Rezensionen aber immer subjektiv sind, ist das wohl mein persönlicher Input zu dem Ganzen. Und somit wäre auch der Pressetext „Wir lehnen uns aber jetzt mal aus dem Fenster und behaupten, so etwas wie Sergeant Pluck Himself gab es in dieser Form noch nicht“ widerlegt. Natürlich lassen sich bei zwölf vorhandenen Tönen keine Weltwunder erzeugen, aber wenn man schon nach nicht ganz zwei Minuten an andere Bands denkt, sollte man sich das mit dem „aus dem Fenster Lehnen“ vielleicht noch einmal überlegen, sonst fällt man am Ende noch aus selbigem. Aber wir wollen hier nicht kleinkariert sein!

Wobei das Trio recht tief fallen könnte – immerhin sind seit 2005 zwei Alben und eine EP entstanden. Weiters lief die Single LURK auch auf GoTv und schaffte es für mehre Wochen unter die Top 3 auf diversen Videoportalen. Man hat es hier also nicht mit Frischlingen zu tun. Das wissen auch Sergant Pluck Himself, und deswegen wurde die Latte für yesterday will not come again höher gelegt als bisher. Produktionsmäßig haben die drei Jungs das auf jeden Fall hinbekommen und auch das CD-Package samt Booklet sowie die Zusammenstellung der Songs sind durchaus reizvoll. Melancholische Traurigkeit wechselt sich ab mit stimmungsvoller, heller fast schon Gute-Laune-Musik, anschließend bringen einen die Beats des Schlagzeugs wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Mitwippen und rhythmisches Kopfnicken ist durchaus auch angesagt, allerdings fehlt ein wenig der Punkt, an dem man sich einfach nur denkt: „Wahnsinn!“ Am Ende steht progressiv-solides Musikerhandwerk mit einigen tollen Ideen, die aber dann und wann etwas mehr Würze vertragen könnten.

Lisa Radda ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: lisa.radda[at]mokant.at

3 Comments

  1. finallymusic@gmx.at'

    Elli

    18. März 2014 at 19:04

    Das ist wieder mal eine dieser Rezensionen, die niemandem außer der Autorin nutzt, und der Band zusätzlich schadet. Darüber hinaus ist auch nicht nachvollziehbar, warum die rezensierte CD hier, obwohl sie die Autorin an The Interspere erinnert (eine Band, die sie offensichtlich sehr schätzt), dann auf eigenartige Weise runtermacht. Wegen einem Satz im Pressetext? Was hat das mit dem Album an sich zu tun. Zwischen den Zeilen liest man raus, dass Sergeant Pluck himself eigentlich gute Arbeit leisten, aber irgendwie scheint dass der Schreiberin nicht ganz recht zu sein. Sie erklärt nicht kleinkariert sein zu wollen und ist es am Ende erst recht. Immerhin erkennt sie, dass ihre Rezension nur eine subjektive Meinung ist, leider hat sie als Teil eines Mediums eine gewisse Macht. Ich persönlich verstehe Musikjournalisten nicht, die es den Künstlern unnötig schwer machen. Eine Band arbeitet intensiv an einem Album und dann wird hier einen Absatz lang über den Pressetext gefaselt, mit dem die Band selbst vermutlich nicht mal was zu tun hatte. Also bitte, Rezension ist das über weite Strecken keine. Ich persönlich schätze übrigens Intersphere sehr und ebenso Sergeant Pluck himself. Vielleicht darf man zweitere auch nicht zu sehr loben, weil sie aus Österreich sind. Auch so ein Problem bei den Musikjournalisten in diesem Land.

    • a0821104@unet.univie.ac.at'

      mp

      19. März 2014 at 10:20

      Naja so ists dann auch wieder nicht. Kann schon sein, dass das für eingefleischte Sergeant Pluck Himself Fans viel zu kritisch und sarkastisch ist, aber von der neutralen Warte aus gesehen wirkts wie eine ausgewogene Kritik.

    • 51138b42@opayq.com'

      silly

      20. März 2014 at 12:05

      wie ging das: keine werbung ist schlechte werbung? 😉 und eine rezension hats halt an sich, dass sie 1. subjektiv ist und 2. ein bissl kritisch, sonst wärs ein werbetext. und das album wurde ja nicht komplett zerrissen, find ich. die rez sprang halt ein bisschen hin u her. ich bin selbst auch sergeant-fan aber deshalb kann ich nicht erwarten, dass zum album (oder zu irgendeinem künstlerischen produkt) nur superpositive reviews kommen. ich finds gut, dass sie überhaupt in einer form in den medien sind.

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