KopfhörerInnen: Mick Harvey – Pink Elephants

Mick Harvey – Pink Elephants
(VÖ: 04.04.2014| Mute Germany)

Cover: (c) Mute Germany

Cover:
(c) Mute Germany

Die Melodie kommt uns bekannt vor. Die Töne kennen wir doch woher. Manch einer errät bei Titeln wie I Love You Nor Do I oder The Javanaise schon, woher wir diese Stücke kennen. Spätestens bei der ersten Strophe fällt es auch den letzten unter uns ein: Serge Gainsbourg.

Mick Harvey hat die Herausforderung auf sich genommen den berühmten Sänger, Lyriker und Komponisten zu übersetzen. Er war 1990 der erste, der sich daran versucht hat, das französische Meisterwerk ins Englische zu übertragen. Für all jene verständlich zu machen, die über das Französische eher rüberstolpern, als gleiten.

Nun hat er seine beiden bereits veröffentlichten Alben Pink Elephants und Intoxicated Man auf einer Doppel-CD zusammengefasst und mit zwei weiteren, noch unveröffentlichten Liedern erweitert: Dr. Jeckyll und Run from Happyness. Auch wenn die Frage im Raum steht – wieso ein Album, mit nur zwei neuen Liedern kaufen – bleibt die Einzigartigkeit seiner Musik unanfechtbar.

Der Einstieg überrascht. Hört man den Namen Serge Gainsbourg denkt man an ein kleines Pariser Café. Hört das Raunen einer Stimme, die fast so rauchig ist, wie der Raum, den sie füllt. Statt den erwartenden Klängen ertönen jedoch die, eines vollbesetzten Orchesters. Die erste Nummer Pink Elephants verzichtet ganz auf Gesang und erinnert an Musik, die für die letzte Sequenz eines Filmes – mit Happy End! – komponiert wurde. Doch die siebzehn Titel des Albums können keineswegs als einheitlich bezeichnet werden. Vom glamourösen Konzertsaal rauschen wir in eine moderne Bar und landen dann doch im Pariser Café. Neben rockigen Gitarrenparts, den für Frankreich besonders typischen Akkordeonklängen, sind auch elektronische Beats zu hören.

Manche Titel – wie Black Seaweed – erzeugen eine unheimliche Stimmung, ähnlich wie man sie aus Liedern Nick Caves kennt. Eine Verbindung, die nicht ganz unbegründet ist: Nick Cave singt als Gast auf Mick Harveys Album mit. Jedoch gleicht kein Stück dem anderen: schnelle Takte wechseln sich mit ruhigen Melodien ab.

An sein Vorhaben, Serge Gainsbourgs Lieder originalgetreu zu übersetzen, hat sich Mick Harvey auf den meisten Ebenen gehalten. Doch hinter den klassischen Werken wie Je T’aime… Moi Non Plus und Bonnie & Clyde steckt mehr als nur Noten und Text. Mit her gehen ein Gefühl und die Stimmung einer Zeit, die nur schwer zu reproduzieren sind und bei Mick Harveys Übersetzung verloren gehen.

Klara Kostal ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: klara.kostal[at]mokant.at

4 Comments

  1. maki123@gmx.at'

    maki

    25. März 2014 at 09:47

    <3

    • a0800954@unet.univie.ac.at'

      frage

      25. März 2014 at 09:49

      was soll das bedeuten?

    • naima2funky@hotmail.com'

      frage2

      25. März 2014 at 19:44

      Das würde mich auch interessieren…

  2. maki123@gmx.at'

    maki

    26. März 2014 at 17:16

    ein herz. ein herz für mick harvey.

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