Gastkommentar: Wieso der FC Basel gewinnt

Warum der FC Basel im heutigen Europaleague-Achtelfinale Red Bull Salzburg bezwingen wird. Ein Gastkommentar unserer Schweizer Kollegen von tink.ch. Unseren Gegenkommentar kannst du auf tink.ch lesen.

Die Resultate sprechen für sich, bemühen viele eine Floskel des Profisports. Währendem Red Bull Salzburg die heimische Meisterschaft ungefährdet mit 25 Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz anführt, ist der FC Basel zwar Leader der Super League, das Polster der Rheinstädter beträgt aber lediglich fünf Punkte. In den letzten drei Spielen musste sich Basel jeweils mit einem Unentschieden begnügen, währendem Salzburg seit zehn Spielen immer als Sieger vom Platz gehen konnte und offensiv wie auch defensiv beeindruckte (Torverhältnis der letzten 10 Spiele 41:8). Basel schwächelt, und Salzburgs Tormaschinerie ist ins Laufen gekommen.

Alles klar also? Weit gefehlt, denn wie so oft erzählen Statistiken nur die halbe Wahrheit. Denn die letzten Resultate des FC Basels als Schwächeln zu deuten, ist nur Interpretation der Pessimisten. Die Optimisten hingegen werden sagen, dass sich das Team von Murat Yakin lediglich schonte, um gegen die Bullen bereit zu sein. Diesem Verhalten Arroganz zu unterstellen wäre falsch, denn der Serienmeister hat in den letzten Jahren bewiesen, mit Mehrfachbelastungen von Europa League, Meisterschaft und Pokal umgehen zu können. In der Saison 09/10 holten die Bebbi sogar 13 Punkte Rückstand auf den Herbstmeister BSC Young Boys auf, bevor sie Meister wurden. Die Basler wissen also, wie man Erfolg hat, und in den angesprochenen letzten Begegnungen in der Meisterschaft, konnten sie nicht nur Kräfte sparen, sondern hatten gleichzeitig auch noch Pech, als im Spiel gegen Thun ein unglücklicher Kopfball von Innenverteidiger Ajeti in der Nachspielzeit den Weg ins eigene Tor fand. Das Pech sollte also aufgebraucht sein und Fortuna wieder auf Seiten der Basler stehen.

Die Rot-Blauen waren Halbfinalist der letztjährigen Europa-League-Kampagne. Mit Siegen gegen Zenit St. Petersburg und Tottenham sorgten sie in Europa für Aufsehen, und im letzten Herbst gelangen ihnen in der Champions League Gruppenphase mit zwei Siegen gegen Chelsea, dem sie in besagtem Halbfinal noch knapp unterlegen waren, zwei der grössten Coups der Vereinsgeschichte. Siege gegen andere europäische Großklubs wie Manchester United oder Bayern München reihen sich nahtlos in die kontinentale Erfolgsgeschichte der Basler ein.

Salzburg hat da weit weniger internationale Erfahrung oder gar Erfolge vorzuweisen, und das kann sich als entscheidender Nachteil erweisen: Erst einmal erreichten die Kicker von der Salzach die Gruppenphase der Champions League. Zwar waren sie im gleichen Jahr auch Finalist des UEFA Cups, seither zerrissen die Bullen keine großen Stücke mehr auf europäischem Parkett. Viermal scheiterten sie im Sechzehntelfinal der Europa League, und schon bald werden sie über das dritte Ausscheiden im Achtelfinal lamentieren. 

Doch was argumentiere ich eigentlich mit internationaler Erfahrung und Siegermentalität? Das ist alles gar nicht nötig. Denn wer sich nur schon den Namen, beziehungsweise das Kürzel genau anschaut, wird wissen, dass sich nur Basel durchsetzen kann. Das Kürzel „FCB“ ist ein Garant für Erfolg, sei es in den letzten Jahren in Barcelona oder momentan in München. Nur schon mit der Namensgebung haben die Klubgründer in Basel also den Grundstein für europäischen Erfolg gelegt, und dagegen können nicht einmal eine Million Red Bull Dosen etwas ausrichten.

Gastkommentar von Simon Scheidegger – tink.ch

Titelbild: (c) flickr.com/Steven Depolo

Dieser Artikel wurde von unserem Partnermagazin tink.ch entweder für mokant.at verfasst oder zur Zweitveröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.