KopfhörerInnen: The Notwist – Close To The Glass

The Notwist – Close To The Glass
(VÖ: 21.02.2014 | City Slang)

(c) The Notwist/City Slang

Cover:
(c) The Notwist/City Slang

Ab und zu ist es ganz gut, wenn etwas falsch läuft. Jedenfalls, so scheint es, kurbelt es die Kreativität von The Notwist an: In vielen Liedern auf dem neuen Album Close To The Glass ist „something wrong“ (Casino, Kong). Falschen Orten ist sogar ein ganzes Lied gewidmet: From One Wrong Place To The Next nennt sich die elektronisch beeinflusste Auskopplung der Band.

Mit Close To The Glass haben sich The Notwist Zeit gelassen: sechs Jahre sind seit der Veröffentlichung des Vorgängeralbums The Devil, You + Me bereits vergangen. Auch musikalisch hat sich die bayrische Band weiterentwickelt – immerhin gibt es The Notwist schon seit 1989. Einige Lieder auf Close To The Glass sind schwer in ein Genre einzuordnen, andere bleiben dem Indie(-Pop) aber treu. Auf ihrer Facebookseite beschreiben The Notwist ihren Musikstil ziemlich treffend als „careful and banging, private yet pop, post-everything music, for the movie going on inside you.”

Die Grundstimmung des Albums variiert. Kong präsentiert sich als ein fröhlich poppiger Ohrwurm, der besonders durch Markus Achers hohe Stimme in Erinnerung bleibt. In diesem Lied geht es um einen Superhelden, der einer Kindheitserinnerung des Sängers entspringt: dieser sollte die Bewohner aus Achers Heimatort vor den damaligen Überschwemmungen retten. Das Video dazu hat Yu Sato beigesteuert:

Musikalisch erinnert aber eher Run Run Run an Superhelden – beziehungsweise an Super Mario. Durch die elektronischen Klänge im Hintergrund tun sich stellenweise Bilder des kleinen schwammerlessenden Klempners auf.

An anderen Stellen (Steppin‘ In, Casino) wirkt Close to the Glass eher düster und melancholisch. Gleichzeitig bilden diese Songs, neben dem Pop-Hit Kong, die Höhepunkte des Albums. Womit The Notwist aber mehr Aufsehen erregen dürften, sind Lieder wie Close To The Glass, Into Antother Tune und Lineri. Der maschinenartige, elektronische Sound sticht aus dem bisherigen Songschema der Band heraus.

Trotz (oder gerade wegen) der verschiedenen Instrumentierungen, Stimmungen und der vielen Kontraste bildet Close To The Glass ein ausgewogenes Gesamtbild. Zusammengehalten werden die zwölf unterschiedlichen Tracks durch die Stimme Markus Achers. Sie bildet die Grundlage dafür, dass sowohl markante Gitarrenriffs (7-Hour-Drive) als auch Synthesizer auf einem Album Platz haben.

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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