KopfhörerInnen: Garish – Trumpf

Garish – Trumpf
(VÖ: 07.02.2014 | Schönwetter Schallplatten)

trumpf cover

Cover: (c) ink music

Garish (engl.), Adjektiv: grell, bunt, auffallend, protzig. Die Übersetzung des Bandnamens fasst so ziemlich alles zusammen, was das Album Trumpf nicht ist. Eine einfache Instrumentierung, Lieder ohne allzu viel Beiwerk, ja sogar das Albumcover ist schwarz mit dem Wort Trumpf als Schriftzug. Weniger ist oft mehr.

Trumpf schlägt ruhigere Töne an als das vor vier Jahren veröffentlichte Vorgängeralbum Wenn Dir das meine Liebe nicht beweist. Doch die Lyrics und Effekte wie der chor-artige Gesang (Ganz Paris) verleihen dem Ganzen Nachdruck. Wenn Thomas Jarmer „einer wie ich erstickt an jedem Laut“ singt, glaubt man ihm das nicht ganz – dazu wirkt seine Stimme viel zu reif und kraftvoll.

Garish besteht seit 1997 und wurde schon dreimal für den Amadeus Music Award nominiert. Dass sie ein großes musikalisches Repertoire haben zeigen die Künstler auch auf Trumpf. Lieder wie Noch einmal das Echo hören gehen schon eher in Richtung Deutsch-Pop; Auf den Dächern hört sich eher nach Singer/Songwriter an und Nichts auf der Welt hat rockige Einflüsse.

„Muss ich das verstehen?“ singt Jarmer in Bring mich auf Ideen. Diese Frage stellt sich der eine oder andere wohl während er die zehn Tracks auf Trumpf anhört. Texte, die mit Bedeutung aufgeladen und reich an Metaphern sind. Aber die kryptischen Textstellen wie „Wer Bogart falsch zitiert, hat das verdient“ und Ähnliches machen das Album erst spannend. Den Text sollte man beim Garish-Hören keinesfalls ausblenden.

Auch etwas Melancholie schwingt in der neuen Veröffentlichung mit: Abendrot erinnert an einen lauen Sommerabend, an dem man um ein Glas Rotwein zu viel getrunken hat und über den Sinn des Lebens nachdenkt. Mag sein, dass diese Stimmung aus der Tatsache resultiert, dass die Band schon beinahe vor der Auflösung stand.

Den Abschluss bildet Auf den Dächern. Schon nach den ersten Takten hat einen die Melodie des Liedes gefangen. Das Video dazu entstand in Zusammenarbeit mit Regisseur Christoph Kuschnig und wirkt ebenso kunstvoll wie der Song selbst. Alles, was zu sagen bleibt, ist: Glück gehabt, dass die Bandmitglieder wieder zueinander gefunden und uns diese Auskopplung beschert haben.

 

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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