Naxxos: „Wir machen Musik mit guten Vibes“

Sommervibes und Saxophon kombiniert mit einem Schuss Deep House.

Naxxos ist ein österreichisches Producer Duo, deren Songs wie ‚Bangui‘ und ‚New Orleans‘ alleine auf Youtube Millionen Mal gehört wurden. In Österreich füllen sie kleine Clubs, in Frankreich spielen sie vor tausenden Fans. Momentan touren die Grazer durch Europa, vor allem durch Belgien, die Schweiz und Frankreich. Mit mokant.at sprechen sie über Erfolg, das Internet, Deep House und über die Vereinbarkeit von Studium und Musik.

mokant.at: Auf der Seite Last.FM findet man euch unter den Tags funky, summer, feel good, vocal house und deep house. Macht ihr nur Musik für den Sommer?
Chris: Das ist eine schwere Frage, ich sage wir machen Musik mit guten Vibes.
Max: Die am besten im Sommer rüberkommen. Ich glaube, das kommt daher, dass wir nicht monotonen Deep House machen, sondern auch Instrumente und dynamische Höhen verwenden. Dabei wird das Ganze schon automatisch ein bisschen fröhlicher und passt besser in den Sommer, als in den verschneiten Winter.

Foto: (c) Ario Odmidvar

Chris- Foto: (c) Ario Odmidvar

mokant.at: Ihr würdet euch also Deep House zuordnen? Das ist momentan ja sehr beliebt. Wohin entwickelt sich der Trend?
Chris: Deep House hat sich verändert in den letzten Jahren. Es hat alles begonnen mit Klangkarussell, als der Bereich kommerziell wurde. Dann ist es nach Frankreich übergeschwappt und hat sich mit Saxophonhouse gesteigert. Klangande und Bakermat hat es im Radio auf und ab gespielt und ab da hat es sich als eigenes Genre entwickelt. Die Franzosen nennen das Chill House oder Melodic House.
Max: Aber im Prinzip ist es uns egal, wie man es nennt.

mokant.at: Versucht ihr trotzdem einheitlich zu bleiben? Wie wichtig ist das bei elektronischer Musik?
Chris: Bis zu einem gewissen Grad ja, jeder braucht seinen speziellen Sound. Wir nehmen ihn aus der Welt und kombinieren ihn mit viel Melodie, Instrumenten und Deep House Elementen.
Max: Es ist auf alle Fälle eine gewisse Einheitlichkeit da, aber ich würde mich nicht trauen, das in ein spezifisches Genre reinzustecken. Das ergibt nur Streitereien.

mokant.at: Ihr wurdet kürzlich von SKIR zum Producer Of The Year gekürt. Was bedeutet so eine Auszeichnung für euch?
Max: Es ist einfach arg und unerwartet. Es ist auf alle Fälle eine Ehre, also ich fühle mich geschmeichelt.
Chris: Es ist schon geil, wenn man merkt, dass man auch in Österreich gehört wird. Wir haben gedacht, man kennt uns nur in Frankreich, in Belgien und der Schweiz.

mokant.at: Es kann auch als Zeichen für ein erfolgreiches Jahr gesehen werden. Was waren eure persönlichen Highlights?
Chris: Ein Auftritt vor 1500 Leuten.
Max: Eine Million views auf Youtube waren cool und enorm lässig, aber irgendwie auch absehbar. Das Beste waren die ersten tausend Klicks auf Soundcloud, weil wir das davor nicht so erlebt haben.
Chris: Wir haben gesagt, wenn wir zehntausend Fans haben, dann haben wir es geschafft. Und jetzt haben wir zwanzigtausend. Es ist ziemlich geil.

mokant.at: Was, glaubt ihr, braucht es, um als österreichisches Duo bekannt zu werden? Glaubt ihr, ist es in anderen Ländern leichter?
Max: Ein Konzept und Glück.
Chris: Man muss dazu sagen, dass sich die elektronische Szene immer mehr öffnet und es egal ist, von wo man kommt. Man muss eigentlich nur den Zeitgeist erkennen und zur richtigen Zeit da sein.
Max: Aber das haben wir nicht wirklich erkannt, wir haben einfach Glück gehabt.

Foto: (c) Ario Odmidvar

Max- Foto: (c) Ario Odmidvar

mokant.at: Ihr seid mit einem Label in Gespräch. Ist es schwer, zu einem Vertrag zu kommen?
Max: Ich glaube, jeder, der Zugang zum Internet hat, bekommt die selben Chancen.

mokant.at: Was bedeutet Erfolg für euch?
Chris: Sagen wir Erfolg heißt Release. Und auch, um die Welt zu kommen und aufzulegen vor den Menschen.
Max: Erfolg heißt, mit dem was man gerne macht, Geld zu verdienen und auch, dass die Leute die Musik gerne hören und auch verstehen, was sie bedeutet. Wir bekommen in der Richtung viel Feedback über Social Media. Es gibt viele verschiedene Zugänge, wie man Erfolg definieren kann. Es ist schwer.
Chris: Ja, und natürlich heißt Erfolg auch, dass man davon leben könnte.

mokant.at: Ich nehme an, es ist nicht immer so einfach, den Alltag mit dem Auflegen zu verbinden. Privat seid ihr auch noch mit der Uni beschäftigt. Welchen Stellenwert gebt ihr dem Producen in eurem Leben?
Chris: Es wird auf alle Fälle immer wichtiger und schiebt sich immer mehr ins Zentrum unseres Lebens, auch umso erfolgreicher wir werden. Ich muss dazu sagen, dass Max Medizin studiert und ich Tontechnik, das heißt, es lässt sich mit meinem Studium leichter kombinieren. Aber auch ich merke schon, wie es auseinandertriftet. Aber es wird sich immer vereinbaren lassen.
Max: Und das ist auch gut so.

mokant.at: Ihr seid auch viel auf Tour. Worauf könntet ihr dabei nicht verzichten?
Chris: Auf gutes Essen.
Max: Und Tomatensaft im Flieger (lacht), das ist mittlerweile schon Tradition. Und natürlich aufeinander! Das sind jetzt so Standard DJ-Allüren, aber es ist nun mal so.

mokant.at: Und jetzt frage ich noch zum Abschluss nach drei persönlichen Liedern:

Dein Feel-Good-Song, der dich immer aufheitert:
Chris: Parov Stelar- All Night
Max: Camo & Crooked -September

Die Musik, die dich und dein Leben geprägt hat:
Chris: Muse
Max: Camo & Crooked – September

Dein Guilty Pleasure-Song, zu dem du heimlich unter der Dusche tanzt:
Chris: Cascada -Evacute the Dancefloor
Max: Bass Hunter – Dota

Naxxos spielen am 18.Februar in der Pratersauna in Wien.

Titelbild: (c) Ario Omidvar

Katharina Egg leitete zwei Jahre lang das Ressort Politik. Jetzt ist sie als außerordentliche Redakteurin bei mokant.at tätig und untersucht als Publizistik-Studentin Wirkungen Sozialer Netzwerke auf Politische Kommunikation. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten am Fahrrad, auf Reisen und im Wiener Nachtleben. Kontakt: katharina.egg[at]mokant.at

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.