/slash-festival: Gulasch mit Menschenfleisch

Mörder, Monster, Massaker – das und noch viel mehr hatte das /slash Filmfestival zu bieten

Klatschen und Gelächter im Kinosaal, Leute kommentieren laut das Filmgeschehen – klingt nach Kino in den USA? Gibt es aber auch bei uns: so gesehen bei der Vorführung von Zombie Hunter im Rahmen des /slash Festivals des fantastischen Films (19.-29. September) im Filmcasino Margareten. mokant.at hat Mut bewiesen und sich unter Genrefilmliebhaber, Zombies und andere Halbtote gemischt.

/slash Filmfestival 2013 oder: warum ich jetzt Angst vor Cro habe
Ein Montagmorgen ohne Kaffee ist nicht der beste Start in den Tag. Wenn man wenige Stunden später auch noch sieht, wie sich einem jungen Mann ein Mixer in den Kopf bohrt, fragt man sich, was einen diese Woche noch erwartet. Horrorfilme sind nicht jedermanns Sache. Auch You’re Next hat einiges zu bieten, das einen am Heimweg zu einer unter Verfolgungswahn leidenden Karatemeisterin werden lässt: Hinter jeder Ecke vermutet man einen der mit Tiermasken bekleideten Mörder aus dem Film und macht sich innerlich auf den Kampf bereit. Alleine einen Horrorfilm ansehen – keine gute Idee.

Potpourri des Horrors
Es gibt aber auch Leute, die das Genre lieben und sogar bei den brutalsten und ekligsten Stellen ihre Augen stets auf den Bildschirm gerichtet haben. Wenn die Töchter in We Are What We Are ein Gulasch mit Menschenfleisch servieren, hört man von ihnen nur ein lässiges „das ist sicher von Inzersdorfer!“. Bei Zombie Hunter kann man nicht nur über die Kommentare der Zuschauer lachen, sondern auch über den überspitzten Humor im Film. Das /slash Filmfestival hat auch für Angsthasen einiges zu bieten.

Prinzipiell boten die Filme verschiedene Facetten des Horrorgenres. So verbindet Zombie Hunter flotte und witzige Sprüche mit dem Sex-Sells- Prinzip. In Willow Creek verbringt ein Paar im gleichnamigen Ort ein paar Tage, um auf den Spuren von Big Foot nur wenig später ihr Grauen im Wald zu erleben. Dabei erinnerte die Kameraführung sehr stark an Blairwitch Project. Das vielbeachtete Sharknado gipfelt regelrecht in eine neue Dimension des Trash-Horrorfilms. Ob Absicht oder nicht sei dahingestellt, aber die „Schockmomente“ in Sharknado waren teilweise so aberwitzig, dass man durchaus lachen musste, wenn ein Hai gerade dabei war, einem Darsteller den Fuß zu zerfetzen.

Das Publikum – auch aktiv dabei
Jeder Film wurde kurz vor Beginn von einem Sprecher inhaltlich ein wenig erklärt und angekündigt. So erfuhr man mehr über das Filmprojekt und seine Hintergründe. Das Publikum war stets aktiv beim Filmgeschehen dabei: Bei spannenden Szenen konnte man sich im Raum umdrehen und dabei viele angespannte Gesichter entdecken. In Schreckmomenten waren wiederum viele „Huhs“ und „Hahs“ zu hören. Natürlich durfte bei lustigen Momenten der eine oder andere Lacher nicht fehlen. Bei vielen Filmen fand man eine Vielzahl verkleideter und geschminkter Menschen vor. Besonders am ersten Filmtag, bei dem es vorab den sogenannten „Zombiewalk“ gab. Hier konnten sich die Teilnehmer vorab im Museumquartier schminken lassen, um etwas später den Weg Richtung Filmcasino in der Margaretenstraße anzutreten.

Die Reise ins Ich mit Joe Dante
Einer der Höhepunkte des /slash Filmfestivals war sicherlich der Auftritt von Joe Dante, vor allem bekannt als Regisseur solcher Klassikers wie Die Reise ins Ich und Gremlins. The Hole war nur einer von fünf Filmen von Joe Dante, die am heurigen /slash gezeigt wurden. Nach dem Film gab es auch noch ein gemütliches Q & A mit dem Regisseur. Dabei war Joe Dantes wichtigster Ratschlag für junge Filmemacher: Wenn du nur wenig Kapital hast, dann konzentriere dich zuerst auf Kurzfilme, um in der Filmindustrie Aufmerksamkeit zu erregen. Am besten suchst du dir ein paar Freunde, macht gemeinsames Brainstorming, wobei jeder seine Ideen einbringen kann und alle Spaß haben – denn dann kann es eigentlich nur ein guter Film werden! Anschließend gab es auch noch die Möglichkeit, Fotos und Autogramme abzustauben.

Das Beste zum Schluss
Den Abschluss des Festivals machten die „Top of the Shocks“, sprich die drei Filme, mit der größten Kartennachfrage: The Lords of Salem, Sharknado und The Battery. Die meisten Filme waren von unheimlich großem Publikumsinteresse und oftmals musste man regelrecht um Karten kämpfen. So kann man nur hoffen, dass uns das /slash Filmfestival auch nächstes Jahr wieder beehren wird.

 

Rezension von Manuel Stenger und Alissa Hacker
Titelbild: (c) /slash Filmfestival

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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