Reiseguide: Stockholm

Reisetipps für Stockholm: Die Stadt bietet mehr als regnerische Tage und viel Tageslicht

Foto: (c) Barbara Tiefenbacher

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Wer an den Norden denkt, denkt automatisch an wenig warmes Wetter, ausgedehnte Landschaften und an eine unterkühlte Stimmung. Wer sich von diesen Klischees nicht beirren lassen und auch das Gegenteil entdecken möchte, bucht am besten einen Trip nach Stockholm. Auf den ersten Blick erinnern die schwedische Hauptstadt und die Mentalität der Stockholmer ein bisschen an Wien. Bei einer genaueren Erkundungstour durch die Stadt stößt man aber auf viele Stockholmer Eigenheiten.

Tipp 1: Welcome to Skansen!
Die ursprüngliche Idee des Skansen war es, ein Freilichtmuseum zu schaffen, welches traditionelle Gebäude und Bauernhöfe von Schweden zeigen sollte. Im Laufe der Zeit erweiterte sich dies durch einen speziell nordischen Zoo und ein Aquarium. Einzelne Häuser sind so vorbereitet, dass man wahrlich das Gefühl hat, einen Sprung in die damalige Zeit zu machen. Eine Bäckerei, Werkstatt, Schmied und Tischlerei lassen sich entdecken – inklusive passenden „Schauspielern“, die die früheren Leute verkörpern sollen. Ein Highlight ist die Glaserei, in der man live miterleben kann, wie Gläser geblasen werden. Wer nach dieser geschichtlichen Zeitreise Lust auf mehr Action hat, besucht den schwedischen Zoo, der zahlreiche Tiere zu bieten hat, die man als Mitteleuropäer selten zu sehen bekommt. Beispielsweise gehören dazu die Elche, die zu den tierischen Hauptattraktionen im Zoo zählen. Wenn jemand geplant hatte, Skansen auf seinem Stockholm-Urlaub auszulassen, sollte diese Entscheidung noch einmal überdenken.

Foto: (c) Barbara Tiefenbacher

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Tipp 2: Wachablöse im königlichen Stadtschloss
Es lässt sich nur empfehlen, dieses Spektakel mitzuerleben. In den Sommermonaten findet jeden Tag um 12:15 im Innenhof des Schlosses die Wachablöse statt. Dabei beteiligen sich die Leibgarde und die Regimenter aus dem ganzen Land. Um einen guten Platz zu ergattern, ist es vorteilhaft schon vor Beginn da zu sein. Anfangs beginnt die Zeremonie zwar etwas schleppend, aber es lohnt sich auf die Kapelle zu warten, die anschließend ein richtiges Konzert gibt. Ganz besonders hebt sich die Trommeleinlage hervor, die viele Menschen – sowohl Touristen als auch Einwohner – fasziniert. Wer also auf zackige Marschmusik und glitzernde Uniformen steht, sollte bei der schwedischen Wachablöse auf jeden Fall dabei sein.

Tipp 3: Raus aus Stockholm!
Da Schweden natürlich viel mehr zu bieten hat als die Hauptstadt, ist es eine gute Alternative aufs Land zu fahren. Mit einem Mietwagen kann man die Natur und die weiten Landschaften gut erkunden. Die typisch rot-weißen Häuser blitzen immer wieder durch die Wälder hervor. Dabei kann man auch kleine Städtchen besuchen, wie zum Beispiel Sigtuna, das fünfzig Kilometer nordwestlich von Stockholm liegt. Das Zentrum besteht aus Wohn- und Geschäftshäusern, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen und ein gemütliches Flair versprühen.

Tipp 4: Vasamuseet
Das Vasamuseet, zu deutsch Vasamuseum ist eine Sehenswürdigkeit, die man auf keinen Fall auslassen sollte. Am 10. August 1628 versank das Kriegsschiff im Stockholmer Hafen, als es seine Jungfernfahrt antreten sollte. Ganze 333 Jahre lag es friedlich am Meeresgrund, bevor das Wrack 1961 geborgen werden konnte. Das restaurierte Schiff mit seinen geschnitzten und prachtvollen Skulpturen besteht zu 98 Prozent aus Originalteilen, da sich das Salzwasser als ein gutes Konservierungsmittel herausstellte. Für dieses Museum empfiehlt es sich, genug Zeit einzuplanen, da es den Besuchern noch einen netten Rundgang bietet.

Foto: (c) Barbara Tiefenbacher

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Drei Insider-Tipps:
1.
Stockholm ist teuer. Oft sogar unverschämt teuer. Besonders was Alkohol und essen gehen betrifft sollte man aufpassen. Der beste Weg um etwas Geld zu sparen sind die „Happy Hours“ und Mittagsaktionen. Viele Restaurants und Pubs haben untertags bestimmte Zeitfenster, in denen man zum Beispiel ein Bier für umgerechnet 4 Euro bekommt. Bei einem Normalpreis von 7-10 Euro ist das halb geschenkt. Auch für Speisen gibt es, meist sogar in Verbindung mit gratis Salatbuffet und Getränken, oft Verbilligungen.
2. Schokolade genießen! Süßigkeiten von den einheimischen Marken Marabou und Cloetta sind wahrhaftig ein Gaumenschmaus. Außerdem sollte man wenigstens einmal die bekannte „Princess-Torte“ probieren.
3. Wer Alkohol in gewöhnlichen Supermärkten sucht, wird nicht fündig. Getränke, die einen Alkoholgehalt von mehr als 3,5 Volumsprozent vorweisen, kann man nur in den staatlichen „System Bolaget“-Läden kaufen.
4. Fisch ist eine kulinarische Besonderheit in Schweden. Dies lässt sich am besten im Lokal „Kajska Fisk“ in der Markthalle „Hötorgshallen“ austesten.

Was du auf keinen Fall machen solltest:
1.
Unhöflich sein. In dem Punkt sind die Schweden sehr sensibel.
2. Sich vordrängen. Das bekannte System bei Ikea, bei dem man eine Nummer ziehen muss, findet man in Schweden fast überall.
3. Parkregeln missachten. Vor allem im Zentrum Stockholms wird jeder Verstoß hart bestraft. Beispielsweise zahlt man für zu knappes Parken an der Kreuzung umgerechnet circa hundert Euro.

Titelbild: (c) Michael Nowak

Barbara Tiefenbacher ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: barbara.tiefenbacher[at]mokant.at

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