Reiseguide: Martinique

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Reisetipps für Martinique: Wo Karibik und EU aufeinandertreffen

Einsame Strände, karibisches Flair und teils exorbitante Preise – das ist Martinique. Das französische Überseedepartment ist Teil der Europäischen Union und beliebtes Urlaubsziel vieler Franzosen. Warum man seine Hose in Martinique auf jeden Fall anbehalten und WC-Papier lieber vorbestellen sollte, verrät euch unser Reiseguide.

Tipp 1: Reisebudget aufstocken
Wo ein Strandtuch 80 Euro kostet und sich ein kleines Schälchen Eintopf am Strand mit zwölf Euro zu Buche schlägt, sollte man nicht in die Verlegenheit kommen, irgendetwas zu vergessen. Ist die Hauptstadt Fort de France zwar doch um einiges günstiger als die Touristen Hotspots Le Diamant oder La Lamentin, muss man für Vergessenes wie Zahnpasta oder Sonnenschutz doch vergleichsweise tief in die Tasche greifen. Daher: Nichts Wichtiges zuhause lassen und beim Packen lieber dreimal nachsehen!

Tipp 2: Die eigene Hose anbehalten
Wer einen kleinen Shoppingtrip nach Fort de France einplant, wird als Europäerin nicht immer fündig. Besonders der Hosenkauf kann zum Hürdenlauf werden, orientiert sich die Mode doch verständlicherweise an den kreolischen Schönheitsidealen. Und das heißt: viel Hüfte, noch mehr Hintern. Die so adaptierten Schaufensterpuppen erheitern immer wieder Touristen aller Länder. Ein Foto mit den Puppen gehört für viele zum Martinique-Souvenir.

Tipp 3: Reis und Nudeln in den Koffer
Wer im Urlaub nicht gerne kochen möchte, sollte sich lieber ein anderes Reiseziel aussuchen. Mutet die kleine Küche am Balkon zu Beginn des Inselaufenthalts noch etwas eigenartig an, kann diese doch überlebensnotwendig werden. Restaurants: Fehlanzeige. Zwar haben wir einige wahrgenommen, doch die Öffnungszeiten variieren nach Lust und Laune der Besitzer – meist bleiben sie aber einfach geschlossen. Auf Nachfrage blickt man in die ratlosen Gesichter der Einheimischen. Wer weiß schon, wann der Koch wieder Lust auf seinen Job hat?

Klingt komisch, ist aber ratsam: Teig- und Trockenwaren von zuhause mitnehmen! Da in Martininque so gut wie alle Lebensmittel importiert werden müssen, sind diese im Supermarkt erheblich teurer als gewohnt. Günstig sind nur Rum und Fruchtsäfte, diese werden auf der Insel selbst hergestellt. Dem täglichen Planter’s Punch auf dem kleinen Küchenbalkon steht also nichts im Wege, vorausgesetzt man mixt ihn sich selbst.

Tipp 4: Busfahrplan wegwerfen
Zwar scheint die Insel auf den ersten Blick bustechnisch gut erschlossen, doch auch der Busfahrer hat anscheinend Besseres zu tun. Daher sollte man auf Martinique unbedingt ein Auto mieten. Heimische, kleine Unternehmen sind hierbei meist billiger als die großen Anbieter, die am Flughafen vertreten sind.

Tipp 5: Einsame Strände für frisch Verliebte
Wer den Busfahrer mit der Köchin nun beim gemeinsamen Sonnenbaden am Strand vermutet – wir haben sie dort nicht gefunden! Generell meiden erwachsene Einheimische tagsüber die zahlreichen Strände. Sie sitzen eher vor ihren kleinen, oft bunt bemalten Häusern im Schatten.

Frisch Verliebte zieht es unter anderem in die kleine Macabu-Bucht. Sie ist nahezu naturbelassen und man trifft hier meilenweit keinen Touristen. Bei Anbruch der Dunkelheit sollte man sie aber schnell wieder verlassen: Die Mosquitos kennen keine Gnade!

Drei Insider Tipps:
1.
Weißes Gold: Toilettenpapier ist wie viele andere Hygieneartikel auf Martinique sehr teuer. Daher wird auch in den hochklassigeren Hotels oft damit gegeizt. Wer trotz allem volkswirtschaftlichen Verständnis nicht auf den gewohnten Luxus verzichten möchte, sollte rechtzeitig und ausdauernd bei den Zimmermädchen urgieren.
2. Le Diamant: In „Le Diamant“ ein Zimmer mit Meerblick buchen! Der berühmte aus dem Meer ragende Felsen „Rocher du Diamant ist am schönsten bei Sonnenaufgang mit einem selbstgemixten Planter’s Punch zum Frühstück.
3. Nicht zum Alkoholiker werden! Die zahlreichen Rumsorten und der zu anderen Lebensmitteln vergleichsweise günstige Preis treibt einen schon am Morgen in die Arme diverser Mixgetränke.

Was du auf keinen Fall machen solltest:
1.
Vor dem Auschecken deinen Küchenbalkon nicht aufräumen. Das kann (wieder einmal) teuer werden!
2. Englisch sprechen: Außer du möchtest in einen bilingualen Dialog mit dir selbst oder deiner Reisebegleitung treten. Sonst wird dich nämlich keiner verstehen und es auch nicht versuchen.
3. Auf das Öffnen eines Restaurants warten (siehe Tipp 2).

Titelbild: mokant.at> foto: manuela griessbach

Manuela Griessbach ist als Leiterin des Ressorts Gesellschaft für mokant.at tätig. Kontakt: manuela.griessbach[at]mokant.at

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