Dragon’s Cry Festival: Metal im Café

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Am 31. Mai und am 1. Juni fand im Café Aera erstmals das Dragon’s Cry Festival statt

Foto: (c) Michael Nowak

Das Aera liegt in einer Seitenstraße zwischen den U-Bahnstationen Schwedenplatz und Schottenring, also mitten in der Stadt. Im Obergeschoss befindet sich ein italienisch angehauchtes nettes Cafe-Restaurant, während im Keller eine Bar und ein Bühnenraum vorhanden sind. Dass zuerst die Räumlichkeiten etwas erklärt werden, hat den Grund, dass wohl gerade diese dem Festival eine ganz besondere Atmosphäre verleihen.

Unten: Schwarz mit Schönheitsfehler
Im Kellergeschoss ist alles in Schwarz getaucht. Lediglich eine verloren wirkende Diskokugel in der Mitte des Raumes und ein Redakteur von mokant.at, der bei der Kleiderwahl nicht nachdachte und mit weißem T-Shirt und Baseballcap in der einheitlich dunkel gekleideten Menge steht, stören das Gesamtbild. Vorne an der Bühne stehen einige Besucher und lassen ihrer Haarpracht beim Headbangen freien Lauf, während jene, die einfach nur die Musik hören wollen, taktklopfend etwas weiter hinten im Raum stehen. Alles in allem also ein etwas düsteres Gesamtbild bei ausgezeichneter Stimmung – eben genau das, was man sich von einem Undergroundmetalfestival erwartet.

Foto: (c) Michael Nowak

Oben: Sympathisch bunt
Was jedoch etwas ungewohnt ist, das ist das Bild, das sich im Erdgeschoß des Cafés bietet. Im freundlichen Ambiente des Lokals erholen sich die Festivalbesucher von den Strapazen des Headbangens. Dabei treffen sie bei Getränken und warmer Küche auf die gewöhnliche Café-Besucher aller Altersklassen, die von den Vorgängen im Keller im besten Fall akustisch ein bisschen etwas mitbekommen, wenn sie die Kellerteppe passieren. Das Bild, das dabei entsteht, wirkt etwas ungewohnt – sympathisch ungewohnt. Allgemein herrscht hier gesittete Kaffeehausstimmung, von den harten Tönen, die den Keller beben lassen, keine Spur. Dass die Lautsprecher auf dieser Etage das ziemliche Gegenteil von Metal von sich geben, untermalt das etwas bizarre Gesamtbild noch weiter. Etwas einschüchternd wirkt der eine oder andere Metal-Liebhaber in seinem eigenwilligen Kleidungsstil. Wer unter eben diesen schwer betrunkene oder aggressive Festivalbesucher sucht, der bliebe hier jedoch erfolglos: Viel zu höflich und gesittet ist der Umgangston.

Erfolg auf allen Linien
Während die Besucher auf jeden Fall auf ihre Kosten kamen, gibt sich auch der Veranstalter zufrieden. Zu Buche stehen am Ende des Festivals laut Facebookseite der Veranstaltung zwei ausverkaufte Tage. Auch das Aera dürfte mehr als zufrieden gewesen sein, denn bereits am Tag nach dem Festival wurde die Neuauflage für 2014 angekündigt. Am 25. und 26. April geht es am selben Ort in die zweite Runde. Wer mehr über das Festival, die Intention dahinter oder die Metalszene in Österreich im Allgemeinen lesen will, der hat nächste Woche in Form unseres Interviews mit Dragony-Frontman und Veranstalter Siegfried „The Dragonslayer“ Samer die Möglichkeit dazu.

Titelbild: (c) Michael Nowak

Michael Nowak ist als Chef vom Dienst und stv. Chefredakteur für mokant.at tätig. Er studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Geschichte an der Universität Wien. Kontakt: michael.nowak[at]mokant.at

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