Geschichte: Wo das Geld wächst

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Ein Überblick über die Geschichte des Mammon: von Kultobjekt bis Carsharing

Foto: (c) Lisa Radda

Foto: (c) Lisa Radda

Auf der ganzen Welt kennt man es und verwendet es fast täglich: Geld. Egal ob als Münzen, Scheine, Scheck oder in Plastik-Form – unser Alltag wird von finanziellen Mitteln geprägt. Gerade in der in Europa herrschenden Konsumgesellschaft ist ein Leben ohne Geld fast nicht mehr denkbar. Doch wo kommt der Zaster eigentlich her? Wer der Frage auf den Grund geht, stößt auf archaische Opferkulte und Pokémon.

Vom Kultobjekt zum Statussymbol
Schon der Begriff „Geld“ hat eine lebhafte Vergangenheit. Sein Ursprung liegt im indogermanischen Wort „gehl“, was so viel wie Gold bedeutete. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre das althochdeutsche „gelt“, was mit Vergeltung oder Vergütung übersetzt werden kann. Vor dem 14. Jahrhundert hatte es allerdings noch nicht seine heutige Bedeutung, sondern war mit kultischen Handlungen verknüpft: „Gelt“ wurde den Göttern als Opfergabe dargebracht.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich diese Opfergaben zu einem Tausch- und Zahlungsmittel. Heutzutage wird Geld als Zwischentauschmittel angesehen, da es zum weiteren Tausch eingesetzt werden kann und nicht unmittelbar den Bedarf des Besitzenden befriedigt. In modernen Geldwirtschaften hat so gut wie alles einen Preis: Neben Gütern des täglichen Bedarfs, Häusern oder Fußballmannschaften kann man auch Staatsbürgerschaften oder Regierungen kaufen. Viel Geld erhöht außerdem den gesellschaftlichen Status.

Ich tausche Enton gegen Schiggi
Der Tauschhandel war nicht nur in den Jahren vor Christi Geburt in Mode. Auch in wirtschaftlichen Krisenzeiten wie zum Beispiel in Zwischen- oder Nachkriegszeiten trat diese Form des Handels wieder auf. So konnte man in der Tauschzentrale der sowjetischen Besatzungszone zu klein gewordenes Gewand gegen größeres tauschen oder aber seine Habseligkeiten am Land gegen Essen einlösen.

Tatsächlich findet der Tauschhandel nicht nur in Krisenzeiten statt, sonder ist  ein durchaus gängiges Alltagsphänomen, das wir in allen Lebenslagen und bei Menschen jedes Alters finden. So tauscht man in der Volksschule Leuchtsticker gegen Duft- oder Glitzersticker und Pokémonkarten gegen Magic Cards. Später wird mit Fußballkarten gedealt als gäbe es kein Morgen. Im Studium werden Skripten und Prüfungsfragen getauscht. In Ägypten wollen Männer gerne ihre Kamele gegen Urlauberinnen eintauschen und ältere Menschen vertauschen bisweilen ihre Gebisse. Im Web finden wir ebenfalls Tauschbörsen – auch das immer stärker aufkommende Carsharing profitiert vom menschlichen Tauschtrieb.

Unnützes Wissen:
–  Falschgeld gab es  bereits um 2.000 vor Christus. Es handelte sich dabei um nachgeahmte Muscheln aus Knochen, Gestein oder Jade.
–  Die Kronenzeitung kostete zur Zeit ihrer Gründung weniger als eine Semmel.
–  Die Mehrzahl von „Euro“ ist „Euronen“.
–  Fünfzig-Euro-Scheine werden am häufigsten gefälscht.
–  Jährlich werden mehr Monopolyscheine gedruckt als echtes Geld.

Lisa Radda ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: lisa.radda[at]mokant.at

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