Kunsthistorisches Museum: Die Kunst des Islams

Die Ausstellung zur Kunst des Islams im Kunsthistorischen Museum Wien

Foto: (c) www.khm.at

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Eine einzigartige Ausstellung war bis am 19. Juni im Kunsthistorischen Museum zu erforschen. „Die Kunst der islamischen Welt“ zeigte eine Auswahl der Sammlung von Sheikha Hussah Sabah al-Salem al-Sabah aus Kuweit, die nur durch Glück in Wien landete.

Islamische Kunst ist ein außerordentlich komplexes Themenfeld. Sie erstreckt sich von Spanien im Westen bis nach China im Osten und verbreitete sich über einen Zeitraum von insgesamt 1400 Jahren. In ihr entwickelten sich auch zahlreiche verschiedene Formen und Gesellschaften. Würde man sie alle zugleich betrachten, könnte man sehen, dass sie oft im krassen Gegensatz zueinander stehen.

Die Ausstellung zieht sich in chronologischer Abfolge durch die verschiedensten Epochen der islamischen Kunst. Von den Anfängen im 7. Jahrhundert, als Mohammed von Mekka nach Medina zog, bis zu den großen Reichen im 16. Jahrhundert. Sie umfasst das Osmanische Reich, das Reich der Safawiden im Iran, Kaukasus und Teilen Zentralasiens und dem Reich der Moghuln auf dem indischen Subkontinent.
Der Schwerpunkt geht dabei über Kalligraphie, zur Entwicklung geometrischer Muster, zu Arabesken, Juwelen und zur figurativen Darstellung – einem Versuch das weit verbreitete Vorurteil bezüglich Bilderfeindlichkeit zu entkräften.

Das islamische Bild(erverbot)
Vorurteile entstehen bekanntlich langsam, halten sich dafür jedoch zumeist endlos lange. Das Vorurteil, dass der Koran Bilder verbietet und die islamische Kunst der Ikonophobie nachgeht, dürfte durch diese Ausstellung widerlegt sein. Es gibt viele Gründe weshalb geglaubt werden kann, dass figurative Darstellungen, wie wir sie aus der Antike kennen, in der islamischen Welt keine Rolle spielen. Das sogenannte islamische Bilderverbot ist kein Kunstverbot, es geht viel mehr darum den Polytheismus zu verbieten. Bekannt ist, dass der Prophet Mohammed nicht abgebildet werden darf. Doch Wenige fragen nach dem eigentlichen Grund dieses Verbots. Dieser ist jedoch sehr einfach: es ist vollkommen nebensächlich und unwichtig wie der Prophet ausgesehen hat. Wichtig ist seine Botschaft bzw. die Botschaft die Gott den Menschen durch ihn mitteilen will. Das islamische Bilderverbot prägte die Entwicklung der islamischen Kunst maßgeblich. Positiv wie auch negativ. Entscheidend ist dabei, was für qualitativ wertvolle Entwicklungen sich daraus ergeben haben und welchen Einfluss sie auf die gesellschaftliche Entwicklung hatten.

 

Komplexes Schaffen
Die Vielschichtigkeit des Islams spiegelt sich auch in seiner Kunst wieder. In ihren Werken findet man Elemente aus der Antike, wie korinthische Säulen oder auch Zeichnungen die der indischen und chinesischen Kunst zum verwechseln ähnlich sind. So auch die Schriften, die über die Jahrhunderte entstanden sind, passten sich der Umgebung und den Gegebenheiten an. Die Ausstellung möchte Antworten auf das wachsende Interesse an der reichen Kultur und langen Geschichte der islamischen Welt geben, die sich von Ost nach West verbreitete. Die damit verbunden künstlerischen Kollisionen mit anderen Kulturen, einerseits vom friedlichen Austausch und andererseits durch kriegerische Auseinandersetzungen geprägt, die sich aus so einer Ausweitung ergaben sind ebenfalls Schwerpunkt der Ausstellung. Hier geht es allein um das kennenlernen des vermeintlichen Fremden, das auch zur europäischen Kultur gehört.

 

Gastbeitrag von Albert Grasnek
Titelbild von: flickr.com/Jean-Pierre Dalbéra
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